Slalom mit 1,3 Promille: Polizei und Bezirk klären Schulabgänger über Gefahren auf

Moritz Sawade wagt sich mit der Raschbrille auf der Nase im Kettcar über den Slalomparcours. Foto: BW (Foto: Bernd Wähner)
Berlin: Landhaus Rosenthal |

Rosenthal. „Na klar, wir sind in Pankow cool, auch ohne Drogen und Alkohol“ ist das Motto einer Präventionsaktion von Bezirksamt und Polizei. Dieser Tage erfahren im Rahmen dieser Aktion Schüler zehnter Klassen, wie Alkohol und Drogen ihr Verhalten und ihre Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Dazu haben Verkehrssicherheitsberater der Polizeidirektion 1 Stationen im und am Landhaus Rosenthal aufgebaut.

An einer Stationen setzt sich Moritz gerade eine „Rauschbrille“ auf. Damit fühlt er sich, als hätte er 1,3 Promille intus. „Jetzt setzen Sie sich mal in das Kettcar“, fordert ihn Verkehrssicherheitsberater Uwe Karck auf. Der junge Mann versucht, in das Gefährt einzusteigen. „Ist ja ulkig. Ich sehe alles verschwommen. Ich muss erstmal meine Füße richtig einsortieren“, kommentiert er.

Danach soll er Slalom fahren. Immer wieder stößt er an. „Ich sehe die Hütchen nicht klar“, gesteht er. Die schwierigste Aufgabe: rückwärts einparken. Prompt knallt er gegen ein Hütchen. „Wenn das ein Auto wäre, hätten Sie jetzt einen Blechschaden verursacht“, ruft Uwe Karck.

Nach seiner doch recht unsicheren Fahrt gesteht Moritz: „Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwierig ist, mit einem Rausch zu fahren.“ Und der Polizist erklärt ihm: „Darum empfehlen wir jedem: Nach Alkoholgenuss sollte man sich generell nicht ans Steuer setzen. Auch ein Glas Wein zum Mittag kann für manchen schon zu viel sein.“
An einer anderen Station können die Schüler ihre Reaktionsfähigkeit bei gefährlichen Straßenverhältnissen testen. Dafür stellen ihnen die Polizisten einen Simulator zur Verfügung. Kann man mit überhöhter Geschwindigkeit bei Regen oder Schnee rechtzeitig bremsen? „Das ist fast unmöglich“, meint Pascal Traxel, der das gerade ausprobiert hat. „Deshalb raten wir auch, bei solchen Witterungsverhältnissen mit angemessener Geschwindigkeit zu fahren“, sagt Verkehrssicherheitsberater Dirk Bachmann.

Wissen nicht mit erhobenem Zeigefinger zu vermitteln, ist das Prinzip dieser Präventionsaktion. Die Schüler sollen selbst erfahren, wie Alkohol und Drogen wirken, welche Reaktionszeit sie haben und welche Folgen ihr Handeln in gewissen Situationen hat. „Was sie selbst erleben, prägt sich viel besser ein“, erklärt Uwe Karck. Er organisiert diese Aktion gemeinsam mit der Suchtkoordinatorin des Bezirksamts, Yvonne Tenner-Paustian, sowie Präventions- und Verkehrssicherheitsberatern der Polizeidirektion 1.

„Es ist unsere letzte Chance, die Schulabgänger zu erreichen. Manche machen gleich nach der Schule ihren Führerschein, sodass wir jetzt letztmalig die Gelegenheit haben, sie für das Thema zu sensibilisieren.“

„Ich finde das gut, dass die Polizei das mit uns macht“, sagt Dennis Laritz. „Manches nimmt man doch nicht so ernst. Aber wenn man es simuliert erlebt, kriegt man es richtig mit.“ „Das ist noch mal ein Backup für unser weiteres Leben“, ergänzt Pascal Traxel. „In dieser Form werden wir wohl nicht mehr mit dem Thema zu tun haben.“ BW
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