Bezirk lehnt Verhandlungen über Verkauf ab

Rosenthal. Die Kleingärtner in der Anlage Am Nesselweg fürchten, dass sie ihre Parzellen räumen müssen. Die Anlage besteht seit 1958. Hier haben 41 Familien ihre Parzellen. Die Fläche, auf der sich die Anlage befindet, gehört zu zwei Dritteln einem privaten Investor, zu einem Drittel dem Land Berlin. Verwaltet wird das landeseigene Grundstück vom Bezirksamt Pankow.

Der Investor möchte die Anlage offensichtlich mit Wohnhäusern bebauen. Nun befürchten die Kleingärtner, dass sich das Land Berlin von seiner Fläche trennen könnte und die Anlage aufgegeben werden muss. Deshalb wollte das Ehepaar Birgit und Detlef Henning in der Bürgerfragestunde auf der vergangenen Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) wissen, wie der Stand der Dinge ist.

Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen) stellte klar: "Das Bezirksamt will sich nicht aktiv an der Auflösung von Kleingartenanlagen beteiligen. Deshalb gibt es aktuell auch keine Verkaufsverhandlungen mit dem Investor."

Allerdings gibt es gerichtliche Auseinandersetzungen um den Fortbestand der Kleingartenanlage. Dabei steht das Bezirksamt laut Kirchner dem Bezirksverband der Gartenfreunde Pankow zur Seite. Der Investor wolle auch auf dem Klageweg erreichen, dass ihm das Bezirksamt die landeseigene Fläche verkauft. "Aber wir unterstützen nicht die Verdrängung von Kleingärtnern aus Pankow." Wie es mit der Kleingartenanlage weitergeht, hänge allerdings von der Entscheidung des Gerichts in den anhängigen Verfahren ab, betont Kirchner.

Pankower Kleingartenanlagen sind zunehmend von Verdrängung durch Wohnungsbau-Investoren bedroht. Zuletzt machte die Anlage "Famos" überregional von sich Reden. Ein Teil ihrer Parzellen musste, trotz erheblichen Widerstandes der Kleingärtner, dem Wohnungsbauprojekt einer Baugemeinschaft weichen.


Bernd Wähner / BW
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