Berlins ältester Jugendclub wird bis April 2017 saniert

Hochzufrieden mit dem Baufortschritt und der Zusammenarbeit: Architekt Till Zander (l.), Jugendhaus-Leiterin Tanja Schleef-Ruppert und Jugendstadtrat Falko Liecke. (Foto: Schilp)
Berlin: Jugendclub Zwicke |

Rudow. Die „Zwicke“ am Zwickauer Damm 112 ist der älteste Jugendclub Berlins. Im kommenden Jahr wird der 70. Geburtstag gefeiert. Zum Jubiläum will sich das Haus wie aus dem Ei gepellt präsentieren. Derzeit wird es von Grund auf saniert.

Im April dieses Jahres wurde der Club geschlossen, zwölf Monate später soll er wieder öffnen. Bis dahin wird viel passiert und laut Jugendstadtrat Falko Liecke 850 000 Euro investiert sein. Das Haus brauchte eine energetische Dämmung, neue Fenster, Türen und Sanitäranlagen. Die Handwerker tauschten Wasser- und Elektroleitungen aus und installierten eine Luft-Wasser-Wärmepumpe zum Heizen. Das Haus wird barrierefrei, bekommt eine überdachte Terrasse und eine Überwachungsanlage.

Club-Leiterin Tanja Schleef-Ruppert und Architekt Till Zander zeigten sich von der guten Zusammenarbeit begeistert. „Wir haben das Programm ‚Wünsch dir was‘ voll ausgenutzt und fast alles bekommen, was wir wollten – von den lärmschluckenden Decken bis zu den Einbauschränken“, so Schleef-Ruppert. „Und ich habe zum ersten Mal in meinem Leben mit einem Bauprotokoll ein Keks-Rezept verschickt“, sagt Zander.

Das 340 Quadratmeter große Haus bietet einiges. Im großen Saal ist nicht nur Platz für Kicker- und Billardtisch, sondern auch für Kindergruppen, die dort jonglieren, tanzen oder Einrad fahren. Es gibt eine Tobe- und Kuschelecke, die sich zur Bühne wandeln kann, einen Raum zum Ausruhen und für Geburtstagsfeiern, einen Bastelraum, ein Multimedia-Zimmer mit fünf PCs und eine Küche.

Um die Verbindung zu den Kindern und Erwachsenen während der Bauzeit nicht abreißen zu lassen, haben Schleef-Ruppert und ihre Kollegin einmal in der Woche ein Treffen mit den treuesten Besuchern organisiert. Und weil es für Zusammenkünfte im 3000 Quadratmeter großen Garten momentan zu kalt ist, freut sie sich „über eine ganz liebe Mama, die regelmäßig in ihre Wohnung einlädt.“

Die Club-Leiterin fiebert schon dem 20. Mai entgegen, wenn das große Jubiläumsfest steigt und auch ein Blick zurück geworfen wird. Die Geschichte des Hauses ist wechselvoll. Die Initiative für seinen Bau ging kurz nach Kriegsende von den Anwohnern der damals noch jungen Post- und Waldrandsiedlungen aus. Zwei Jahre lang wurden in ganz Berlin Materialien gesammelt. Der Kamin zum Beispiel stammte aus einer Ruine im Zehlendorfer Nikolskoe.

Die Grundsteinlegung war im August 1947, die Eröffnung als „Jugendfreizeitheim Rudow“ am 4. Dezember 1948. Die erste Sanierung mit Anbau folgte 1971. Zuvor waren die katastrophalen sanitären Anlagen bemängelt worden: Es gab nur ein Toilettenhäuschen ohne Wasser und Strom.

Doch gut ein Jahr später brach ein Feuer aus, das verheerende Schäden anrichtete. Das Freizeitheim wurde wiederaufgebaut und 1974 zum zweiten Mal eröffnet.

In den 80er-Jahren verwandelte sich das Außengelände zum „pädagogisch betreuten Spielplatz“. Wegen Platzmangel entschlossen sich die Verantwortlichen im Jahr 1987 dazu, den Trakt mit dem heutigen Saal anzubauen. sus
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