Ein neues Haus für Senioren: Bezirksamt und Architektin stellten Planungen in der Rudower Dorfschule vor

Holz und Glas: So soll die neue Seniorenfreizeitstätte hinter der Alten Dorfschule einmal aussehen. (Foto: Bezirksamt Neukölln)
 
Zeichnen für den Neubau verantwortlich: Andreas Nemitz, Projektleiter im Hochbauamt, Architektin Heide Helm und Jochen Biedermann, Stadtrat für Soziales und Stadtentwicklung. (Foto: Schilp)

Rudow. Im Juli soll der Bau losgehen und im nächsten Sommer können Rudower Senioren voraussichtlich ihre neue Freizeitstätte hinter der Alten Dorfschule, Alt-Rudow 60, in Beschlag nehmen. Dort wurden am 2. Mai die Pläne auf einer Bürgerversammlung vorgestellt.

Zum Hintergrund: Der alte Treffpunkt, Alt-Rudow 45, musste dem Neubau der Stadtteilbibliothek weichen und ist abgerissen worden. Seit gut einem Jahr treffen sich die älteren Bürger deshalb in der nahegelegenen Seniorenwohnanlage „Haus Harz“.

Weil das aber nur eine Zwischenlösung sein kann, hoffen die Rudower, dass beim Bau der neuen Freizeitstätte alles glatt geht. Die Zeichen stehen gut: „Der Senat hat uns 670 000 Euro bewilligt; es ist lange nicht mehr vorgekommen, dass so viel in die Senioren-Infrastruktur investiert werden konnte“, erklärte Sozialstadtrat Jochen Biedermann (Grüne).

Eine Herausforderung für die Planer ist: Die Einrichtung darf nur 150 Quadratmeter Fläche haben, mehr ist baurechtlich an dieser Stelle nicht erlaubt. Denn nicht nur die Alte Dorfschule und die ehemalige Turnhalle – dort hat der Rudower Heimatverein seinen Sitz – stehen unter Schutz, sondern auch die Wiese, die früher als Schulhof diente. Das Ensemble muss also unangetastet bleiben. Für die neue Freizeitstätte bleibt nur das Gelände zwischen der Wiese und dem Jugendgesundheitsdienst.

„Klar hätten wir gerne größer gebaut“, sagt Andreas Nemitz, Projektleiter beim Hochbauamt, andererseits sei die Lage im Herzen Rudows hervorragend. Um möglichst viel auf der zur Verfügung stehenden Fläche unterzubringen, habe man sich für eine Holzbauweise entschieden. Gemauerte Wände hätten rund acht Quadratmeter mehr Platz in Anspruch genommen.

Das Haus wird einstöckig, knapp 14 Meter lang, elf Meter breit und fünfeinhalb Meter hoch. Im Inneren gibt es, neben einem Büro und einem Foyer mit Garderobe, eine große Küche und einen teilbaren Saal mit einer breiten Glasfront.

Natürlich ist das Gebäude barrierefrei. „Es gibt behindertengerechte Toiletten, und in der Küche sind Herd und Spüle mit einem Rollstuhl umfahrbar“, erklärte Architektin Heide Helm auf der Bürgerversammlung. Außerdem lässt sich der Hauseingang automatisch öffnen und ist auch an regensichere Unterstände für Rollatoren gedacht.

Die Freizeitstätte wird sowohl von der Neuköllner Straße als auch von Alt-Rudow aus erreichbar sein. Dafür sorgen Wege, die abends beleuchtet werden. Die alten Bäume auf dem Gelände bleiben stehen. Es werden auch Bänke zum Schwätzchen unter freiem Himmel aufgestellt.

Ob allerdings der Wunsch nach mindestens einem für die Besucher reservierten Parkplatz an der Neuköllner Straße erfüllt werden könne, sei fraglich, so Nemitz. Er sagte aber zu, darüber mit der Verkehrsbehörde im Gespräch zu bleiben.

Schließlich informierte er über den Ablauf in den nächsten Monaten. „Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie erst einmal nicht viel sehen“, erklärte er und nahm damit zu großen Erwartungen den Wind aus den Segeln.

Zuerst werde eine Stahlbeton-Bodenplatte gelegt, danach passiere zunächst nicht mehr viel auf dem Gelände. Der Grund: Das Haus wird in großen Teilen vorgefertigt, dann in wenigen Stunden mit einem kleinen Kran aufgebaut. „Mit schweren Baufahrzeugen könnten wir gar nicht auf das Gelände“, erklärte der Projektleiter im Hochbauamt. sus
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