Grüne kämpfen für sauberes Wasser im Rummelsburger See

Blick von der Halbinsel Stralau über die Rummelsburger Bucht. (Foto: Kahle)

Rummelsburg. An der Rummelsburger Bucht gab es schon im 19. Jahrhundert Freibäder. Mit der Industrieansiedlung sank die Wasserqualität drastisch, und die Anlagen mussten schließen. Inzwischen stellt sich erneut die Badefrage.

Nach der Wende 1989 wurden nördlich und südlich des alten Spreearmes auf den Industriebrachen Wohnviertel errichtet. Der 1,6 Kilometer lange See und seine Uferregionen werden heute wieder von vielen Berlinern als Erholungsgebiet genutzt.

Ende der 1990er Jahre stand die Sanierung des verdreckten Gewässers auf dem Programm. Und obwohl man von Badewasserqualität noch weit entfernt ist, träumen Naturfreunde bereits vom Schwimmen und Plantschen.

Schützenhilfe bekommen sie von den Lichtenberger Grünen: Sie setzen sich dafür ein, dass die Rummelsburger Bucht zum Landschaftsschutzgebiet wird. Dafür wurde mit den Parteifreunden aus Friedrichshain-Kreuzberg ein Runder Tisch gegründet. Der See brauche ein Nutzungskonzept, heißt es.

Die Grünen haben anderes als der Senat im Sinn. Der plant perspektivisch, eine Kläranlage nahe der Georg-Löwenstein-Straße zu bauen, der die Sportflächen dort zum Opfer fallen würden. Die Grünen dagegen setzen auf die Reinigung der Zuflüsse: Die Abwässer aus Ruschegraben und dem Marzahn-Hellersdorfer Grenzgraben sollten vor Ort geklärt werden, ehe sie in die Spree und in die Rummelsburger Bucht fließen.

Den Rest würde eine Kombination aus Schilf und Sediment-Auffangsystem im See besorgen. Schilf habe eine extreme Reinigungsleistung und knacke Krankheitserreger. Die Sedimente würden über ein Röhrensystem ins Klärwerk abgeleitet, sagt Gewässerexperte Ralf Steeg.

Der Experte rechnet mit zehn bis 15 Jahren Arbeit und einem sechsstelligen Betrag. Aber es lohne sich - wie Beispiele in Bern, Kopenhagen und nicht zuletzt Tegel zeigten, so Steeg. "Man sollte nicht immer zuerst fragen, was es kostet, sondern was machbar ist", sagte die Grüne Henriette van der Wall bei einer Diskussion während der Langen Politiknacht im Rathaus Lichtenberg.


Michael Kahle / m.k.
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