Historisch und doch modern: Museum Lichtenberg soll eine zeitgemäße Dauerausstellung bekommen

Berlin: Museum Lichtenberg |

Lichtenberg. Es trägt den Bezirk im Namen – dennoch kennt längst nicht jedes Kind das Museum Lichtenberg in der Türrschmidtstraße 24. Familien sind viel zu seltene Gäste. Das soll sich nach dem Willen der Bezirksverordneten ändern.

Damit es schnell geht, haben die Fraktionen ihren Antrag per Dringlichkeit in die Juni-Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) eingebracht. Gemeinsam setzen sich Die Linke und die SPD für ein Museum Lichtenberg ein, das den gestiegenen Ansprüchen an geschichtliche Präsentationen genügt. Kernstück der Erneuerung soll eine Dauerausstellung mit dem Motto „Museum für alle“ sein. Kindgerecht und familienfreundlich wünschen sich die Fraktionen die Schau – mit viel Raum für Interaktion, Partizipation, Inklusion. Mit dem Beschluss in der Juni-BVV erhielt das Bezirksamt nun den Auftrag, für den Neustart zu sorgen.

Hintergrund: Seit gut zehn Jahren zeigt das Museum Lichtenberg die Ausstellung „In den Zeiten. 700 Jahre Stadtgeschichte Lichtenberg“. 32 dicht bedruckte Tafeln erzählen die Bezirkshistorie von ihren dörflichen Anfängen im 13. Jahrhundert übers Entstehen der Land- und Stadtgemeinden bis hin zu politisch bedeutenden Ereignissen im 20. Jahrhundert. Doch so interessant der Geschichtsausflug für Erwachsene ist – bei Kindern kommt er selten gut an. Sie vermissen unterhaltsame Angebote, mit denen andere Museen aufwarten: Videos, Touchscreens, Hörgeschichten, interaktive Wissensspiele. Deutliches Zeichen dafür sind die Besucherzahlen.

Für das Bezirksamt kommt der Auftrag der BVV nicht überraschend. Museumsleiter Dr. Thomas Thiele hat bereits ein Zukunftskonzept erstellt – mit Vorschlägen zur neuen Gestaltung, Ausstattung, zu Kostenrahmen und Personalbedarf. „Wir wollen das Haus museumspädagogisch auf den neuesten Stand bringen“, sagt Bürgermeister Michael Grunst (Die Linke). Er leitet auch das Kulturressort. „In die Präsentation sollen aber auch aktuelle Erkenntnisse und Forschungsergebnisse einfließen.“

Mit dem BVV-Beschluss kann das Vorhaben nun im Haushaltsentwurf des Bezirksamtes für 2018/19 berücksichtigt werden. bm
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