Per App lässt sich der Gedenkort Rummelsburg entdecken

Der Grafik-Designer Oliver Brentzel und die Bürgermeisterin Birgit Monteiro (SPD) testen mit der Schülerin Alina Hiller, die den Audioguide besprochen hat, die neue App. (Foto: Wrobel)

Rummelsburg. Der Gedenkort Rummelsburg erinnert an Unterdrückung und Leid. Eine neue Smartphone-App erzählt in Bild und Ton die Historie des Ortes seit Ende des 19. Jahrhunderts.

Rund 40 Minuten dauert der geführte Rundgang durch die wechselhafte und gut 100-jährige Geschichte des heutigen Gedenkortes Rummelsburg. Ein großer Teil der roten Backsteinbauten, in die Ende des 19. Jahrhunderts in der Kaiserzeit Obdachlose oder Prostituierte zur "Besserung" weggesperrt wurden, steht noch. Die Nationalsozialisten nutzten die Gebäude als "Arbeits- und Bewahrungshaus", und auch zu DDR-Zeiten dienten sie als Gefängnis.

Heute wohnen hier Familien. "Auf Initiative der Anwohner entstand die Idee, einen Gedenkort zu schaffen", sagt Projektleiter Rainer Klemke. Nun informieren 21 Themen- und Biografie-Stelen unter freiem Himmel über die Vergangenheit.

Einen unkomplizierten Zugang zu dieser Geschichte bietet bereits seit längerer Zeit eine Smartphone-App, die kostenlos unter www.gedenkort-rummelsburg.de abrufbar ist. Zusätzliche Informationen zu den Biografien Gefangener und den Ereignissen in den Arbeitshäusern gibt es nun dank einer Aktualisierung der App.

So lassen sich jeder Stele per QR-Code noch mehr Informationen in Form von Text, Bild und Video aufs Handy spielen. "Jetzt sind alle Zeiten der Geschichte des Ortes berücksichtigt", sagt Oliver Brentzel von der Programmierer-Firma "dotcombinat". Neben zusätzlichen Texten bietet die neue App vor allem historische Bilder und Videos, die die Geschichte der Haftanstalt dokumentieren. Ein Rundgang für Kinder wird ebenfalls angeboten. Schüler des Immanuel-Kant- und des Herder-Gymnasiums haben den Audioguide besprochen.

Ein besonderes Highlight der App ist jedoch der Audioguide, der auch in "Leichter Sprache" verfügbar ist. Hierbei werden die Informationen in vereinfachter Ausdrucksweise verständlich gemacht, eine große Schrift macht die gleichzeitig eingeblendeten Texte besser lesbar. Auf diese Weise wird es auch Menschen mit Lern-Schwierigkeiten und Sehbehinderungen möglich gemacht, sich über den Ort zu informieren. "Hier wird Erinnerungskultur mit Inklusion zusammengebracht", freut sich Bürgermeisterin Birgit Monteiro (SPD).

Der Startpunkt für die Ausstellung unter freiem Himmel ist an der Hauptstraße 8. Weitere Infos gibt es unter www.gedenkort-rummelsburg.de.

Karolina Wrobel / KW
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