Bezirk beauftragt Planungsbüro mit der Überarbeitung

Die Rummelsburger Bucht ist ein begehrter Wohnort mit Seeblick. Hier stoßen wirtschaftliche Interessen und Belange des Naturschutzes aufeinander (Foto: Wrobel)
 
Die Rummelsburger Bucht ist mehr als nur Idylle. Der See ist mit Schwermetallen belastet. (Foto: Wrobel)

Rummelsburg. Reedereien, kleine Gewerbetreibende, Hobbysportler und Naturfreunde - alle wollen den Rummelsburger See nutzen. Ein Bezirkskonzept soll Konflikte entschärfen. "Wir müssen unsere Arbeiten am See- und Uferkonzept Rummelsburger Bucht stoppen", gab Wilfried Nünthel (CDU), Stadtrat für Stadtentwicklung und Umwelt am 1. September bekannt.

2004 wurde das Konzept das letzte Mal an die Situation am See angepasst, deshalb musste dringend nachgebessert werden. Seit vielen Monaten arbeitete der Bezirk an der Aktualisierung.

Mit dem Konzept können die bezirklichen Ämter die Nutzung der Ufer am Rummelsburger See regulieren. Denn der Bezirk entscheidet, wo Anlegestege für Sportboote entstehen dürfen und wo das Ufer der Natur überlassen wird. "Es gibt viel mehr Druck von Nutzern des Sees, als noch vor zehn Jahren", weiß Stadtrat Nünthel. "Wir müssen einen Ansatz finden, der auch die Naturschutzinteressen berücksichtig."

Doch der Bezirk sieht sich nicht mehr in der Lage, all die unterschiedlichen Interessen mit den vorhandenen Mitteln in einem Konzept zusammenzubringen. Deshalb will der Stadtrat nun für rund 50.000 Euro ein externes Planungsbüro mit der Aufgabe betrauen. Deshalb wird es erst 2015 mit der Erarbeitung des See- und Uferkonzeptes weitergehen.

Bis dahin gilt das alte Konzept aus dem Jahr 2004. Das jedoch lässt die aktuellen Entwicklungen am Hohen Wallgraben unberücksichtigt. Denn in den letzten zehn Jahren hat sich an der Rummelsburger Bucht viel verändert. Das Wohngebiet ist gewachsen und soll mit der Entwicklung des Gebiets "An der Mole" in den kommenden Jahren noch ausgeweitet werden.

Viele Anwohner empfinden die Bucht als naturnahes Erholungsgebiet und wollen das erhalten. Gleichzeitig wird der See und seine Ufer immer stärker wirtschaftlich genutzt. Da gibt es Reedereien und kleine Charterunternehmen, welche die Bucht als attraktiven Standort entdecken. Daneben gibt es Hobbysportler wie Segler und Kanufahrer. Mit den "Spreestudios" soll die historische Flussbadeanstalt Lichtenberg zu einem Kultur- und Handwerksort entwickelt werden.

"Das See- und Uferkonzept muss aufgrund der vielen unterschiedlichen Interessen aktualisiert werden", sagt Dietmar Nöske vom Lichtenberger Stadtentwicklungsamt. Er koordinierte bisher die Wünsche der privaten Nutzer und die Stellungnahmen der Behörden. Denn für das See- und Uferkonzept muss auch die Sicht der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt sowie die der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes berücksichtigt werden.

Die gewerbliche Nutzung des Sees ist nicht neu. Ein Jahrhundert lang war die Industrie prägend für das Gebiet. An der Rummelsburger Seite war das die Chemie, auf der Halbinsel Stralau war dies die Glasherstellung, Getränkeproduktion und Schifffahrt. Diese Nutzung hat Folgen, die bis heute spürbar sind. Die Ablagerungen in der Bucht bleiben durch die Einleitungen aus dieser Zeit mit Schwermetallen hoch belastet.

Bis 1990 konnte der direkte Hautkontakt mit dem Wasser gesundheitliche Schäden zur Folge haben. Mehrfach wurden deshalb die Sedimente abgetragen, doch das Schadstoffproblem wird auch in Zukunft bleiben. Heute hat sich die Lage mit der Teilsanierung und dem Anpflanzen von Schilfgürteln schon verbessert. Doch noch immer ist das Baden verboten.


Karolina Wrobel / KW
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