SPD und Grüne wollen mehr für Flüchtlinge tun / Keine Unterkünfte in Randlagen

Berlin: Max-Taut-Aula |

Lichtenberg. Die SPD möchte, dass Flüchtlinge nicht am Stadtrand untergebracht werden. Die Grünen sind dafür, Asylsuchende in Wohnungen statt in Heimen unterzubringen.

Unter dem Titel "In Lichtenberg sind Flüchtlinge willkommen und bleiben es auch" haben die Sozialdemokraten bei ihrer Kreisdelegiertenversammlung am 9. Mai einstimmig einen Leitantrag verabschiedet. Zu den Kernpunkten gehört die Forderung, für die Flüchtlinge in Lichtenberg "geeigneten Wohnraum" zur Verfügung zu stellen. "Eine Konzentration von Flüchtlingsheimen in Gewerbegebieten und in Randlagen lehnen wir ab", so die SPD Lichtenberg.

Zugleich fordert sie eine "faire Verteilung der Flüchtlinge" in Berlin. Lichtenberg habe von allen Bezirken die meisten Flüchtlinge aufgenommen, so die SPD. Bei der Planung von neuen Unterkünften müsse außerdem stärker berücksichtigt werden, dass die Flüchtlingskinder zur Schule gehen müssten. Es sollte also auf eine "gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr" und eine "soziale Infrastruktur im Umfeld von Flüchtlingsunterkünften" geachtet werden.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert mehr reguläre Wohnungen für Flüchtlinge. Einen dementsprechenden Antrag wollen sie in die nächste Bezirksverordnetenversammlung einbringen.

Das Bezirksamt solle sich dafür einsetzen, dass der Vertrag "Wohnen für Flüchtlinge" - geschlossen zwischen dem Land Berlin und den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften - erweitert wird. Der Vertrag regelt, dass berlinweit jährlich 275 Wohnungen für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt werden, davon 125 Ein-Zimmer- und 150 Mehr-Zimmer-Wohnungen. "Angesichts von erwarteten 9000 neu ankommenden Asylsuchenden in diesem Jahr bedeuten 275 Wohnungen den sprichwörtlichen Tropfen auf den heißen Stein", begründen die Grünen ihre Initiative.

Aus ihrer Sicht werden Asylsuchende viel zu oft in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Nachteile: enge Gemeinschaftsräume wie Küchen, Duschen und Toiletten sowie Mangel an Privatsphäre. Das Leben in Wohnungen dagegen fördere eine Integration in die Gesellschaft. Unterstützt sehen sich die Grünen vom Berliner Flüchtlingsrat. Der hat im Februar gefordert, die Unterbringung in "private Mietwohnungen höchste Priorität einzuräumen".

Die Bezirksverordneten diskutieren den Grünen-Antrag in ihrer Vollversammlung am 21. Mai ab 17 Uhr in der Max-Taut-Aula in der Fischerstraße 36.


Karolina Wrobel / KW
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