Das Badeverbot wird auch in Zukunft nicht aufgehoben

Der Rummelsburger See ist idyllisch, aber belastet mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen. (Foto: Wrobel)

Rummelsburg. Der Rummelsburger See wird oft als "Südküste" des Bezirks bezeichnet. Doch der Vergleich ist irreführend, denn der See ist hoch belastet. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die Entwicklung an der Rummelsburger Bucht eine starke Wendung erfahren.

Wo früher jahrzehntelang Industrie und Gewerbe angesiedelt waren, entstehen hochwertige Wohnsiedlungen. Der Rummelsburger See ist heute ein Naherholungsgebiet, der bei Spaziergängern und Wassersportlern beliebt ist. Mit der wachsenden Wohnbebauung entwickelt sich auch das Image des Sees. "Immer wieder werden in den Sommermonaten Badende gesichtet", weiß der SPD-Abgeordnete Ole Kreins. Doch das Baden im See ist verboten. Wie hoch die Belastung des Sees ist, wollte Kreins im Abgeordnetenhaus wissen. "Bakteriologisch weist der See keine Badewasserqualität auf", lautete die Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. Zudem gibt es eine Belastung mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen. Immer wieder wurden deshalb in der Vergangenheit Sedimente im See abgetragen. Bis 2001 waren das 60 000 Kubikmeter am westlichen Ende des Sees. Zukünftig sollen am westlichen Ende noch mal 30 000 Kubikmeter stark belastete Sedimente abgetragen werden.

"Die Entfernung von vielen Tonnen Sediment klingt zwar gewaltig, im Verhältnis zur Seefläche sind das jedoch geringe Mengen", erklärt Heinz Nabrowsky, Leiter des Fachbereichs Naturschutz und Landschaftsplanung im Bezirk. Auch wenn der See als Naherholungsgebiet für die umliegenden Wohnquartiere immer wichtiger wird: "Er hatte früher eine wirtschaftliche Bedeutung, die bis heute nachwirkt. Auch heute noch würde niemand in London wirklich auf die Idee kommen, in der Themse zu baden", gibt Nabrowsky zu bedenken.

"Die Wasserqualität in Rummelsburg wurde durch die ökologische Sanierung aber verbessert, denn der See war durch seine wirtschaftliche Nutzung nachhaltig geschädigt." Die Halbinsel Stralau war im 19. Jahrhundert ein Industriestandort, an der eine Teppichfabrik, eine Palmkernöl- und eine Schwefelkohlenstofffabrik sowie eine Glashütte beheimatet waren. An der Spree-Oder-Wasserstraße in der Nähe ist bis heute das Kraftwerk Klingenberg angesiedelt.

Während die Belastung des Sees vor 1990 noch so hoch war, dass bei direktem Hautkontakt gesundheitliche Schäden die Folge waren, so hat der gelegentliche Kontakt mit Wasser, etwa bei Kanusportlern, "heute keine sofortigen Schädigungen zur Folge", erklärt Nabrowsky.

"Das Baden wird jedoch auch in Zukunft wohl niemals wieder zugelassen werden", sagt der Experte. Das hängt auch damit zusammen, dass durch Zuflüsse der Spree, den Ruschegraben und den Marzahn-Hohenschönhauser Grenzgraben, weiterhin Schadstoffe und Nährstoffe eingetragen werden. Und auch durch Regenwasser gelangen immer wieder Schadstoffe in den See.

Die Senatsverwaltung führt seit 2011 detaillierte biologische, chemische und toxikologische Messungen durch. Zudem wird ein Konzept für Regenwassermanagement erarbeitet. "So sollen von vornherein neu eingetragene Belastungen minimiert werden", erklärt Nabrowsky.


Karolina Wrobel / KW
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