Eine Filteranlage soll den Rummelsburger See entlasten

Die Sportfläche bietet einen Fußballplatz und ein Basketballspielfeld. Der Bau kostete einst 3,8 Millionen Euro. (Foto: Wrobel)

Rummelsburg. Mit dem Bau einer großen Bodenfilteranlage an der Georg-Löwenstein-Straße soll der Rummelsburger See entgiftet werden. Dafür müssten öffentliche Sportflächen weg.

"Warum muss der Sportplatz für diese Filteranlage geopfert werden?", fragt Stephanie Lücke. Sie ist Mutter dreier Kinder und wohnt an der Rummelsburger Bucht. Wie viele Eltern aus der Nachbarschaft stemmt sie sich gegen die Pläne von Bezirksamt und Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die an der Stelle der Sportflächen an der Georg-Löwenstein-Straße eine Bodenfilteranlage bauen wollen. Die Anlage wird gebraucht, um die Zuflüsse aus dem Gebiet in den hochbelasteten Rummelsburger See von Schadstoffen zu befreien. Am 30. September übergaben Anwohner viele Blätter mit Protestunterschriften an den Stadtrat für Stadtentwicklung, Wilfried Nünthel (CDU). Sie belegen: Die Sportflächen sollen bleiben, die Filteranlage woanders gebaut werden. Zur der Sitzung der beiden Ausschüsse für Umwelt und Stadtentwicklung ergriffen die Anwohner zudem die Gelegenheit, mit Experten von Stadtentwicklung und Wasserbehörden über die Pläne des Filterbaus zu debattieren.

Aktuell wird zwischen den Ämtern des Bezirks und des Landes abgewogen, wo genau die Filteranlage an der Bucht realisiert werden soll. Solange das nicht entschieden ist, hängt die Entwicklung des künftigen Wohngebiets "An der Mole" in der Luft. Denn aufgrund der rechtlichen Situation läuft das Bebauungsplanverfahren dann nicht mehr weiter. Dabei könnten hier Hunderte Wohnungen entstehen, warb Wolf Schulgen, der in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung für Stadterneuerung verantwortlich zeichnet, bei den Anwohnern für das Filterbau-Vorhaben. Die Mütter und Väter bestanden jedoch auf den Erhalt der Sportflächen und forderten die Behörden auf, nach alternativen Flächen für die Filteranlage zu suchen oder für ortsnahen Ersatz der Sportflächen zu sorgen. Denn öffentliche Sportflächen sind in dem Gebiet knapp, argumentieren sie. Die Anwohner zählen rund 400 Kinder, die auf diese Freizeitflächen angewiesen seien und konfrontierten die im Ausschuss anwesenden Experten mit Alternativen.

Tatsächlich wäre auch eine Fläche der Bahn an der Buchberger Straße wohl ausreichend groß, um den Bodenfilter zu realisieren. Die aktuellen Verhandlungen mit der Bahn seien jedoch zäh und versprechen erfahrungsgemäß kein einvernehmliches Ergebnis, heißt es seitens der Senatsverwaltung. Gegen diese Fläche spreche auch, dass sie erst gekauft werden müsse.

"Inwiefern die gesamte Fläche von etwa 13 000 Quadratmetern zusammen mit den Sportplätzen gebraucht würde, ist noch unklar", so Stadtrat Nünthel. So besteht die Möglichkeit, dass die Sportflächen zwar weichen müssen, jedoch in nächster Nähe neu errichtet werden können. "Das wollen wir jetzt prüfen", so Nünthel. Der Bau der Filteranlage indes könnte sich ohnehin noch bis 2020 hinziehen, heißt es. Aktuell werden die planerischen Voraussetzungen geschaffen und Schätzungen zum finanziellen Aufwand getroffen.


Karolina Wrobel / KW
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