Pünktlicher Bezug des Tempohomes am Stadion Wilmersdorf in Gefahr

Berlin: Stadion Wilmersdorf |

Bürgermeister Reinhard Naumann (SPD) und die Mitglieder der Initiative „Freiwillige helfen im Rathaus Wilmersdorf“ sind wütend. Offenbar wird das Containerdorf in der Fritz-Wildung-Straße nicht rechtzeitig fertig. Für 160 Geflüchtete hätte das fatale Folgen.

Sie sind derzeit noch in der Notunterkunft des ehemaligen Rathauses Wilmersdorf untergebracht. Kürzlich wurde der Freizug des Gebäudes bis zum 30. November verkündet. Doch jetzt sieht es so aus, als sei der Umzug ins Tempohome in Gefahr. Die Initiative hat die Siedlung besucht und ist über deren Baufortschritt entsetzt. „Mitten am Tag war kein Arbeiter vor Ort. In nur fünf von etwa 100 Containern gibt es Türrahmen und Heizungen, in keinem Strom, Eingangsstufen, Vordächer, Jalousien und Verkleidungen unterhalb der Container fehlen“, heißt es in einem offenen Brief an die Geschäftsführung des Bauträgers, der Gesellschaft Berliner Immobilien Management (BIM). Eine termingerechte Fertigstellung sei nicht mehr realistisch. Bürgermeister Naumann (SPD) ärgert sich schwarz: „Alle Zusagen wurden gebrochen, es ist ein Desaster. Alle, inklusive Integrationsstaatssekretär Daniel Tietze, sind fassungslos.“ Einfluss könne er leider nicht nehmen. „Das ist Sache des Bauträgers.“

Mit Hochdruck gearbeitet

In dem Brief fordert die Initiative die BIM auf, Druck auf die ausführende Baufirma zu machen. „Die Möglichkeiten der Mahnung und Pflichtenerinnerung an säumige Bauunternehmer sind in Hinblick auf die Beseitigung terminlicher Schwierigkeiten begrenzt“, teilt BIM-Pressesprecherin Katja Cwejn mit. Mit Hochdruck werde aber an der Fertigstellung des Tempohomes bis zum 30. November gearbeitet, und die sei noch immer realistisch.

Sollte sie nicht gelingen, wären die 160 Geflüchteten, die an der Fritz-Wildung-Straße untergebracht werden sollten, die Leidtragenden, müssten in Nachbarbezirken untergebracht werden. „Freiwillige, Schulen, Kindergärten, Ärzte, Sozialdienste und Institutionen im Bezirk haben sich nach Kräften bemüht, die Integration dieser Menschen voranzutreiben“, schreibt die Initiative. "Wir haben Kinder und Jugendliche, die hier zur Schule gehen, die Deutsch sprechen, die im Sportverein integriert sind."Sie alle würden durch die Nichtfertigstellung aus ihrem Sozialraum gerissen, enge soziale Bindungen gekappt." Reinhard Naumann ergänzt: „Die BIM hätte unsere Arbeit der vergangenen Jahre konterkariert.“
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