Orff-Schule hofft auf Fördergeld: Bildungssenatorin will musikbetontes Profil einführen

Opfer der eigenen Beliebtheit: Schon 2014 stand die Carl-Orff-Schule im Mittelpunkt des Interesses – damals wegen erschöpfter Platzreserven. (Foto: Thomas Schubert)
Berlin: Carl-Orff-Schule |

Schmargendorf. Eine Schule, die Carl Orff im Namen trägt, scheint von sich aus nach einer musikalischen Förderung zu rufen. Nun erfuhr die CDU auf Anfrage, dass dieser Bonus wohl tatsächlich in Kraft tritt – vielleicht schon 2017.

Man hätte meinen können, die Große Koalition im Land Berlin hätte die Regierungsarbeit zugunsten des Wahlkampfs eingestellt, da gibt es plötzlich doch wieder ein Zeichen der Kooperation von SPD und CDU. Im Mittelpunkt: die Carl-Orff-Schule in der Berkaer Straße.

Alles begann damit, dass Florian Graf, der CDU-Fraktionsvorsitzende im Abgeordnetenhaus, bei einem Besuch der Schmargendorfer Schule einen Hinweis der Leiterin vernahm. Auf der einen Seite habe die Einrichtung schon einen musikalischen Schwerpunkt mit Chor und Orchester. Auf der anderen Seite gebe es dafür keine Förderung. Eben diese steht aber in den meisten anderen Bezirken vergleichbaren Schulen zu.

Brief an Senatorin Scheeres

„Da es im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf bisher keine einzige musikbetonte Grundschule gibt, möchte ich Sie gerne auf diesen Vorgang aufmerksam machen und um wohlwollende Begleitung unseres Antrags bitten“, schrieb Graf daraufhin an Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Und erhielt bald darauf die erhoffte Antwort.

Über das Stadtgebiet verteilt existieren bereits 15 musikbetonte Schulen, wobei zumeist 84 Wochenstunden vom Land Berlin finanziert werden, leitet Scheeres ihren Antwortbrief ein. Eigentlich gehe das Konzept auf das Jahr 1975 zurück, als bestimmte Grundschulen in strukturschwachen Gebieten West-Berlins eine Veränderung wünschten. Nach der Wiedervereinigung konnte das Prinzip des geförderten Musikunterrichts auch im Ostteil der Stadt greifen.

Dass eine Musikbetonung für die Pädagogik besondere Vorteile bietet, gilt seitdem als unbestritten. Aber die Bewilligung gelang 1997 zum letzten Mal, als eine Schule in Tempelhof-Schöneberg das Prädikat errang.

Zum Schuljahr 2017/2018 klappt's

„Ich habe mich dafür eingesetzt, dass künftig in jedem Bezirk mindestens eine musikbetonte Grundschule vorhanden ist“, erklärt Scheeres in ihrem Schreiben an die CDU. Und weiterhin heißt es: „Daher freue ich mich, Ihnen mitteilen zu können, dass zum Schuljahr 2017/2018 in Charlottenburg-Wilmersdorf und Treptow-Köpenick zusätzlich je eine musikbetonte Grundschule eingerichtet werden wird.“ Welche Einrichtungen in Frage kommen, soll jeweils das zuständige Schulamt klären. Neben der Carl-Orff-Schule aus Schmargendorf bewirbt sich auch die Schinkel-Grundschule in Charlottenburg. tsc
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