Hort und Musikschule dürfen auf ihr Bleiben hoffen

Das Wilmersdorfer Stühlerücken stockt: Schilderschwenkende Kinder und protestierende Eltern setzen das Bezirksamt weiter unter Druck. (Foto: Schubert)

Schmargendorf. Erst hielt das Bezirksamt an seinem Umzugsplan eisern fest. Nun, da in der Carl-Orff-Schule Platzmangel deutlich wird, setzt ein Umdenken ein. Doch während sich Stadträtin Jantzen entschuldigt, droht an anderer Stelle neuer Ärger.

Alles wieder offen: Es herrscht zwar noch immer Diskussionsbedarf. Nachdem sich nun aber die Grünen auf die Seite von Piraten und Linken geschlagen haben und die Beibehaltung der bestehenden Verhältnisse für Hort und Musikschule fordern, könnte dies die Wende sein bei einem Umzugsplan, der offenbar übereilt zustande kam. Zeitdruck - das ist die Erklärung von Schulstadträtin Elfi Jantzen (Grüne) für ihre Entscheidung. Diese Erklärung ging einher mit einer Entschuldigung für den schlecht kommunizierten Entschluss. Sowohl die Carl-Orff-Grundschule als auch die Musikschule im Rathaus Schmargendorf hatten sich überrumpelt gefühlt, als das Bezirksamt Anspruch auf ihre Räume schon zum Sommer erhob. Wo die Musikschule sitzt, da soll das Vermessungsamt residieren. Und die Musiker hätten sich zu verteilen zwischen dem zu räumenden Horthaus B der Orff-Schule und einem zweiten Standort. So hieß es bisher.

Jetzt verspricht Jantzen, den Umbau der Häuser vorerst ruhen zu lassen. Man wolle keine Fakten schaffen, bis die BVV Position bezieht: "Das wäre Unfug. Und Unfug macht ein Bezirksamt nicht." Gleichzeitig stellt sie klar, dass es an Optionen fehlt und der Druck, das Rathaus Wilmersdorf bis zum Jahresende aufzugeben, beständig wächst. Gelingt die Aufgabe nicht, könnte das dem Bezirk, der mit Einsparungen rechnet, teuer zu stehen kommen. Und alle Flächen, die für eine Auslagerung der Mitarbeiter in Frage kommen, befinden sich laut Jantzen in Sportanlagen, Jugendeinrichtungen und Schulen, wobei es einen unerwarteten Mehrbedarf von 1500 Quadratmetern abzudecken gilt.

Während dieses Problem in der Schwebe ist, kommt ein neues hinzu: So muss die Gartenarbeitsschule "Ilse Demme" den Pavillon auf ihrem Gelände dem Veterinär- und Lebensmittelamt übergeben und erhält dafür einen Container. Streit ist auch hier programmiert. So hält es Gartenschul-Mitarbeiterin Helga Barth für fragwürdig, dass ihre Einrichtung plötzlich in eine Kiste ziehen soll, während das Veterinäramt den komfortablen Pavillon erbt. Jantzen hält wiederum dagegen, dass die 16 Amtsmitarbeiter ganztägig arbeiten, während die Gartenarbeitsschule nur zeitweise Kinder betreut.

Wie es bei dem Umzugszoff weitergeht, zeigt sich in einer weiteren Sondersitzung der Ausschüsse für Schule und Kultur, die am Dienstag, 20. Mai, um 17.30 Uhr wegen des sicherlich hohen Besucherandrangs in der größten Räumlichkeit des Bezirks stattfindet: dem eigentlich schon aufgegebenen BVV-Saal des Rathauses Wilmersdorf am Fehrbelliner Platz 4.


Thomas Schubert / tsc
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