Wachablösung: Charlottenburger Streeballer gehen bei School-Finals leer aus

Der zwölfjährige Gian Aydinoglu (am Ball) belegte mit seinem Team „DBV Girls“ in der Altersklasse der Jahrgänge 2002/2003 den zweiten Platz. (Foto: Michael Nittel)
Berlin: Horst-Dohm-Eisstadion |

Charlottenburg. Zum ersten Mal seit Jahren sind Charlottenburgs Schüler bei den School-Finals-Berlin, dem Streetball-Event der Hauptstadt, leer ausgegangen: In keiner der zwölf Altersklassen konnten die Korbjäger des Bezirks im Horst-Dohm-Eisstadion am 8. und 9. Juli triumphieren.

Die besten Platzierungen der insgesamt 16 Charlottenburger Mannschaften erreichten „Das Team dessen Namen nicht genannt werden darf“ mit Schülern der Schiller-Oberschule der Jahrgänge 1997 und älter sowie die „DBV Girls“, Schüler der Dietrich-Bonhoeffer-Grundschule und vom Gottfried-Keller-Gymnasium der Jahrgänge 2002/2003, die in ihren Altersklassen jeweils Rang zwei belegen konnten.

Am besten waren in diesem Jahr die Schüler aus Prenzlauer Berg, die in insgesamt in vier Altersklassen triumphierten.

Ohnehin war in diesem Jahr, dem immerhin 22. der School-Finals-Berlin, veranstaltet von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft in Kooperation mit dem Streetball-Team der gemeinnützigen Gesellschaft für Sport und Jugendsozialarbeit, einiges anders: Zum einen nahmen erstmals in der Geschichte auch Teams aus Brandenburg teil. Zum anderen gab es keine Vorrundenturniere, sondern nur zwei Endrunden, an denen immerhin noch 268 Teams, rund 1000 Schüler, teilnahmen. Hintergrund ist, dass sich die Verhandlungen über die diesjährige Ausrichtung zwischen dem Initiator und Organisator Mathias Ramsauer, der im vergangenen Jahr eigentlich in den ruhigen Hafen des Ruhestandes eingefahren war, und der Senatsverwaltung hingezogen hatten. Im Sinne der Schüler und aufgrund der Kürze der Zeit verständigte man sich darauf, die School-Finals in dieser knapperen Form fortzuführen.

Und dennoch hat dieses Turnier mit seiner einfachen wie genialen Grundidee, die Spiele ohne Schiedsrichter durchzuführen, nichts von seiner Faszination eingebüßt: „Wir haben den Kindern und Jugendlichen von der ersten Sekunde an diese Verantwortung übertragen, sich untereinander zu verständigen, Konflikte verbal und eigenständig zu lösen, sich ohne Einmischung von außen zu einigen“, erinnert Ramsauer.

Dieses Konzept sei aufgegangen. Zwar habe es in den Anfangsjahren noch den einen oder anderen heftigeren Disput gegeben, bei denen auch schon mal das Eingreifen von Zivilfahndern erforderlich war. Doch das habe sich längst gelegt. „Ich würde sagen, dass wir bis 1999 das eine oder andere größere Problem hatten. Doch seitdem ist eigentlich nichts Gravierendes mehr vorgefallen.“ Und wenn es doch mal Ärger gegeben habe, so sei dieser nur allzu oft von den Erwachsenen ausgegangen.

„Die größten Schreihälse sind oft die Lehrer oder die Eltern gewesen“, verrät Ramsauer, der seine berufliche Laufbahn als Lehrer an einer Neuköllner Schule begonnen hat. „Ich habe es erlebt, dass ein Schüler dann sogar irgendwann sagen musste: Papa, nun halt Dich doch mal bitte raus. Wir wollen hier in Ruhe spielen.“ min
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