Untere Denkmalschutzbehörde genehmigt Abriss

Das über 300 Jahre alte Jagdschloss Schmöckwitz wird jetzt abgerissen. (Foto: Ralf Drescher)

Schmöckwitz. Das Jagdschlosses Schmöckwitz an der Wernsdorfer Straße bietet schon seit Jahren einen traurigen Anblick. Nun hat der Bezirk den Abriss genehmigt.

Die Genehmigung der Unteren Denkmalschutzbehörde wurde mit der Auflage erteilt, dass der Abbruch durch ein qualifiziertes Bauforschungsbüro zu begleiten und zu dokumentieren ist.

Das ehemalige Jagdhaus Friedrich I. in Schmöckwitz ist seit Jahren dem Verfall preisgegeben. Die Reste des ursprünglichen Fachwerkhauses sind nach Prüfung nicht erhaltungsfähig. Das 300 Jahre alte Fachwerkgerüst ist vollständig zerstört, die 1926 davor geblendete Ziegelfassade nicht tragfähig und nicht erhaltungswürdig. Daher wurde im Einvernehmen mit dem Landesdenkmalamt Berlin dem Abbruch zugestimmt.

Christian Breer, Leiter der Unteren Denkmalbehörde: "Ich persönlich bedaure den Verlust dieses wichtigen Zeugnisses preußischer Residenzgeschichte sehr. Es wäre jedoch nach dem Vandalismus und den zahlreichen Bränden im Haus unzumutbar, vom Eigentümer eine Wiederherstellung zu fordern. Eine solche Rekonstruktion könnte zwar ein Bild der Geschichte überliefern, hätte mit der historischen Bausubstanz aber nichts zu tun und wäre nicht authentisch."

Das Jagdhaus war zwar durch die Ausweisung in der Berliner Denkmalliste als Baudenkmal geschützt, ist aber durch Vandalismus und Brand zerstört worden. Es wurde 1702 im Auftrag von König Friedrich I. von Preußen errichtet und war Teil einer einzigartigen Residenzlandschaft. Das bis dahin mittelalterlich geprägte Berlin wurde in seiner Regierungszeit zu einer prächtigen barocken Residenzstadt ausgebaut. So bestimmten Stadtpaläste und respektable Bürgerhäuser den Schloss- und Regierungsbereich. Das Jagdhaus Schmöckwitz wurde von Hofbaumeister Martin Grünberg entworfen und bildete den südlichen Endpunkt eines königlichen Jagdreviers.

Für den Erhalt des Jagdschlosses hatten sich Anwohner und der Bezirksdenkmalrat eingesetzt. Jetzt sollen auf dem Grundstück Wohnungen gebaut werden.


Ralf Drescher / RD
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