Ein schmucker Neubau für die Feuerwehr

Wehrleiter Christian Rößler und sein Stellvertreter Sven Kiel (links) versenken den Grundstein mit der Zeitkapsel. (Foto: Ralf Drescher)
 
In der Zeitkapsel steckt auch eine aktuelle "Berliner Woche". (Foto: Ralf Drescher)
Berlin: Feuerwache Rauchfangswerder |

Schmöckwitz.  Rauchfangswerder hat nur 400 Einwohner, aber eine eigene Feuerwehr. Damit das auch so bleibt, wird jetzt eine neue Wache gebaut. Am 21. August wurde feierlich der Grundstein gelegt.

Für die 23 aktiven Wehrleute war das ein großer Tag. Rund 15 Jahre hatten sie gekämpft, damit der marode und viel zu kleine Bau aus DDR-Zeiten ersetzt wird. Vor allem Umweltverbände hatten immer wieder den neue Standort infrage gestellt, auch weil rund 50 Bäume gefällt werden mussten. Ende Februar kam dann endlich die Baugenehmigung und kurz vor Beginn der Vegetationsperiode – ab 1. März herrscht Fällverbot – wurde mit Motorsägen und Unterstützung benachbarter Wehren Baufreiheit geschaffen.

Jetzt stehen schon das Fundament und die Abläufe für die künftige Fahrzeughalle – der richtige Zeitpunkt für die Grundsteinlegung. „Es ist gut, das wir hier stehen. Ich danke den Freiwilligen von Rauchfangswerder für ihre Beharrlichkeit. Sie haben für die neue Wache gekämpft. Wir müssen zu den Frauen und Männern stehen, die sich in Berlin für unsere Sicherheit einsetzen“, sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD) vor Ort.

In das Fundament im Bereich des künftigen Wachgebäudes kam dann eine Art Zeitkapsel. Darin liegen die Baupläne, aktuelle Münzen und ein Exemplar der „Berliner Woche“ mit dem Bericht über den Umzug der Köpenicker Berufsfeuerwehr.

Ohne die Freiwilligen von Rauchfangswerder sähe es in Sachen Brandschutz und Rettungsdienst im südöstlichsten Zipfel Berlins mager aus. Die Berufsfeuerwehr braucht auch ohne Stau 20 bis 25 Minuten bis zur Siedlung. Im vorigen Jahr fuhren die Freiwilligen um Wehrleiter Christian Rößler 100 Einsätze und für dieses Jahr stehen schon 68 Alarme im Wachtagebuch.

Gegründet wurde die Wehr 1911. Fast hätte sie das 100. Jubiläum vor sechs Jahren nicht mehr erlebt. Nach der Wende verließen viele Feuerwehrleute die Siedlung und es gab kaum Nachwuchs. Als nur noch drei Aktive bei Alarm ausrückten, sollte die Wache geschlossen werden. Durch das Engagement der Einwohner traten wieder junge Leute ein, es wurde neue Technik bereitgestellt, die Wehr war gerettet. Als 2014 Pläne für einen Neubau wieder einmal verschoben worden waren, drohten die Wehrkameraden mit Schließung.

Errichtet wird jetzt ein Typenbau, der als Muster für weitere Neubauten bei der Berliner Feuerwehr dienen soll. Geplant werden neue Wachgebäude auch für Wilhelmshagen und Müggelheim. Der Bau am Schmöckwitzer Damm kostet rund drei Millionen Euro. Im Sommer 2018 soll alles fertig sein. Dann wird das alte Gebäude abgerissen und dort ein Parkplatz eingerichtet, da viele bei Alarm mit dem Pkw zur Feuerwache kommen. Hinter dem neuen Wachgebäude gibt es künftig eine Landemöglichkeit für den Rettungshubschrauber. „Der Notarzt bekommt über einen Tresor mit Code Zugang zu unserem Ersthelferfahrzeug und kann damit dann zum Einsatzort in der Siedlung fahren. Die Einsatzstelle wird automatisch über Funk in das Navi des Feuerwehrfahrzeugs übertragen“, erzählt Wehrleiter Christian Rößler. RD
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