70 Polizisten im Einsatz bei Fällung in der Crellestraße

Hier fällt der letzte von drei Bäumen an der Ecke Crelle-/ Langenscheidtstraße. (Foto: Liptau)
Berlin: Haus Crelle |

Schöneberg. Dieser Kampf ist für die Protestler in der Crellestraße verloren. Nachdem sie sich seit Monaten gegen die Fällung von drei Straßenlinden gewehrt hatten, fiel am 17. Oktober auch der letzte Baum.

Als die Kreissäge am Baumstamm ansetzte, kochten die Emotionen hoch: Einige der Protestler in der Crellestraße schrien, als würde ihnen die Fällung selbst körperliche Schmerzen bereiten. Andere standen derweil ganz ruhig auf der Straße, während ihnen Tränen über die Wange liefen. Spätestens am Morgen des 17. Oktober wurde den Mitgliedern der Bürgerinitiative "Crellekiez Zukunft" klar: Der Kampf um die Linden ist endgültig verloren. Damit hier ein neues Wohnhaus gebaut werden kann, mussten die drei Bäume weichen. Der zuständige Stadtrat Daniel Krüger (CDU) hatte erst kurz vor dieser letzten Fällung nochmals per Pressemitteilung bekräftigt, dass die entsprechenden Genehmigungen vorlägen und der Investor Schadensersatz fordern könne, wenn die Bäume nun nicht gefällt würden. Gleich nach dem Ende der Vegetationsperiode zu Beginn der Monats hatte das Bezirksamt zwei Bäume fällen lassen, der dritte folgte nun. 70 Polizisten waren im Einsatz, um die Fällung des letzten Baums abzusichern. Zivilpolizisten hatten zuvor einen "günstigen Augenblick" abgepasst. Denn seit der ersten Fällaktion zwei Wochen zuvor hatte stets einer der Baumschützer in der Krone der letzten Linde ausgeharrt. Bei einem "Wachwechsel" verhinderten die Beamten schließlich, dass noch jemand in den Baum kletterte. Während der Fällung war die Crellestraße von der Helm- bis zur Langenscheidtstraße bewacht und teilweise abgesperrt.


Ralf Liptau / flip
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