Der Nollendorfplatz soll umgebaut werden

Schöneberg. Der Nollendorfplatz soll ein Tor zur City West werden. Die BVV hat ein Leitbild für seine Umgestaltung beschlossen. Das Bezirksamt hat ein Planungsbüro beauftragt, einen genaueren Entwurf zu erstellen.

Im 19. Jahrhundert war der Nollendorfplatz ein typischer Berliner Schmuckplatz. Davon ist nicht mehr viel übrig. Neubauten ohne ersichtliches Gesamtkonzept ersetzten nach dem Krieg die umliegenden schwer beschädigten Häuser. In den 70er-Jahren wurde der "Nolli" verkehrsgerecht ausgebaut: als weitläufige Straßenkreuzung mit einem U-Bahnhof mittendrin und einem Parkplatz.

Die BVG plant eine Sanierung am Hochbahnviadukt und an den Tunnelanlagen. Große Teile des Bereichs werden aufgerissen. Eine gute Gelegenheit für eine Umgestaltung. Der Bezirk beauftragte deshalb 2013 das Büro Planwerk, ein Konzept zu erarbeiten. Im April 2014 erklärten es die Bezirksverordneten zum Leitbild. Das sieht mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer vor. Insbesondere die mehrfach vom Autoverkehr durchkreuzte Mittelinsel mit dem U-Bahngebäude soll größer werden und zum Verweilen einladen.

Das Bezirksamt hat nun ein Planungsbüro mit einer "entwurflichen Vertiefung" beauftragt. Wichtiger Bestandteil wird eine Untersuchung dazu sein, ob der Verkehr überhaupt nach den Ideen von Planwerk gelenkt werden kann.

Bezirk hat kein Geld

Stadtentwicklungsstadträtin Sibyll Klotz (Bündnis 90/Grüne) weist darauf hin, dass mit dem Umbau erst begonnen werden kann, wenn die BVG die Sanierung abgeschlossen hat. Weil die Neugestaltung des Nollendorfplatzes zudem gesamtstädtische Bedeutung habe, müsse die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt einbezogen werden, so Klotz weiter.

Die Finanzierung wird nicht einfach sein. Der Bezirk hat hierfür kein Geld. Ebenso wenig ausreichend sind die Mittel aus dem Plätze-Programm des Senats. Der Nollendorfplatz liegt außerhalb des Fördergebiets des Bund-Länder-Programms "Aktive Zentren". Für die geförderte City West läuft das Programm in diesem Jahr ohnehin aus und wird nicht verlängert.


Karen Noetzel / KEN
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