In der Geisbergstraße entstehen 129 Eigentumswohnungen

Das alte Post- und Telegrafenamt in der Geisbergstraße. (Foto: KEN)

Schöneberg. Berlin erlebt bekanntermaßen einen rasanten Zuzug. Damit verbunden ist Wohnungsmangel bei bezahlbaren Mietwohnungen. Wer sich in Deutschlands Mieterstadt Nummer eins Eigentum leisten kann, hat bessere Karten und vielleicht Interesse am Bauvorhaben "Geisberg".

Mindestens 4000 Euro pro Quadratmeter muss hinlegen, wer im denkmalgeschützten, ehemaligen Post- und Telegrafenamt Berlin W 30 in der Geisbergstraße eine der 129 Wohnungen kaufen will. Bei den fünf Arbeits- und Wohnlofts klettern die Preise auf bis zu 9000 Euro.

Den Entwurf für die Neunutzung des Gebäudes hat Markus Penell, Architekt und Gesellschafter des Büros Ortner&Ortner Baukunst, geliefert. Er gerät über das 90 Jahre alte Gebäude und seine Möglichkeiten ins Schwärmen, spricht von der "Grandezza des Altbaus", von "vorbildlich-robuster, hansestädtischer Ziegelarchitektur" und der Portalanlage, die aus einem Stück Beton gegossen sei. Diese Technik wird in den Anbauten an der Geisberg- und der Welserstraße sowie im rückwärtigen Bereich des Grundstücks neu aufgelegt.

Alle freien Dachflächen werden begrünt. Solar-Paneele auf dem Dach unterstützen die Beleuchtung der Gemeinschaftsbereiche. Regenwasserspeicher verringern den Verbrauch für die Bewässerung der Höfe. Ein Teil der 61 Pkw-Stellplätze in den beiden Tiefgaragen kann für Elektroautos ausgerüstet werden. Vom Keller bis ins Dachgeschoss ist das Gebäude weitgehend barrierefrei. Das Geisberg-Projekt ist ambitioniert: Es soll ein KfW-Effizienzhaus werden.

Ein weiteres Ziel des britischen Investors "Family Office Real Estate", der das Vermögen reicher Familien verwaltet und mehrt, und des Projektentwicklers Copro ist es nach eigenen Worten, "eine lebendige und inspirierende Hausgemeinschaft zu etablieren - mit Räumen für Austausch und Begegnung". Beispielsweise in der alten Schalterhalle. Dazu gibt es einen Concierge-Service, eine Fitnessraum und weitere Angebote, etwa in den Hofgärten. Die angrenzende Finow-Schule erhält von den Investoren einen neuen Schulhof.

Von den jetzigen Mietern bleibt nur die Telekom, die in einem der oberen Geschosse Serverräume betreibt. Im Musikfachgeschäft - sein Mietvertrag laufe aus, heißt es - ist ein Café vorgesehen.

Der Bezirk hat bislang nur eine Teilbaugenehmigung erteilt. Die Bauherren hoffen dennoch auf einen Baubeginn im dritten Quartal dieses Jahres. 2017 soll dann Bezug sein. Zum offiziellen Verkaufsstart im Februar waren bereits 15 Prozent der Wohnungen reserviert. "Die Nachfrage ist sehr hoch", sagt Marc F. Kimmich.


Karen Noetzel / KEN
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.