Mietergemeinschaft Gleditschstraße hadert mit Hausverwaltung

Schöneberg. Seit September 2014 ist die Gleditschstraße Teil des Milieuschutzgebiets „Barbarossaplatz/Bayerischer Platz“. Bauvorhaben werden nach der sozialen Erhaltungsverordnung geprüft – so geschehen im Fall der Modernisierung von rund 120 Wohnungen in der Straße. Jetzt gibt es Klagen von Mietern.

Die damalige Stadtentwicklungsstadträtin Sibyll Klotz (Grüne) hatte mit der Hausverwaltung „Industria Wohnen“, die die Eigentümerin der Nachkriegsbauten, die „IntReal International Real Estate Kapitalverwaltungsgesellschaft“, vertritt, im März 2015 in einem öffentlich-rechtlichen Vertrag zu Art und Umfang der Modernisierung ausgehandelt. Unter anderem wurde das Dach aufgestockt, Fassade und Fenster wurden energetisch saniert, Balkons und Aufzüge angebaut. Die Modernisierung zum Erhalt der Wohngebäude war unter Mietern sehr umstritten.

Mittlerweile sei die Mieterhöhung eingetrudelt, so Jens Hakenes von der Mietergemeinschaft Gleditschstraße. Mit Fehlern, so Hakenes weiter. Einen habe die „Industria Wohnen“ nach Hinweis aus der Mieterschaft behoben. Andere würden vom Mieterverein geprüft.

Der Vertreter der Mietergemeinschaft wirft der „Industria Wohnen“ vor, den Vertrag mit dem Bezirk zu missachten, in einer Bürgeranfrage in der jüngsten Bezirksverordnetenversammlung Mitte Oktober sprach er sogar von einem „Bruch“ des Vertrags. In einem Telefonat mit dem Stadtentwicklungsamt hat Jens Hakenes laut dem zuständigen Stadtrat Jörn Oltmann (Grüne) den Grund für den behaupteten Vertragsbruch präzisiert: den Einbau einer Gegensprechanlage.

Dazu sagt der Stadtentwicklungsdezernent: "Der Einbau einer Gegensprechanlage sei in einem Milieuschutzgebiet erlaubt, gleichgültig ob eine alte Anlage repariert oder durch eine neue ersetzt oder überhaupt zum ersten Mal eingebaut werde." Nicht genehmigt würde lediglich der Einbau einer Video-Gegensprechanlage. Der Einbau des jetzigen Corpus delicti sei mit Bescheid des Bezirksamts vom 24. April 2015 genehmigt worden; also liege kein Vertragsbruch vor.

Jörn Oltmann hat der Mietergemeinschaft Gleditschstraße gleichwohl versprochen, den Vorgang zu überprüfen, sollte sie Belastendes vorlegen können. KEN
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Jens Hakenes aus Schöneberg | 04.11.2017 | 20:45  
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