Teilstück der Schöneberger Schleife offiziell eingeweiht

Daniel Krüger, Sibyll Klotz, Angelika Schöttler, Michael Müller, Thomas Bestgen und Oliver Schworck (von links) zerschneiden das Band. (Foto: KEN)

Schöneberg. Bis zum Monatsende werden die Künstler noch brauchen, um die Seitenwände der Rampe mit Graffiti zu versehen. Die Arbeit der bekannten Berliner Street-Art-Gruppe "Innerfields" war Teil der offiziellen Eröffnung eines weiteren Teilstücks der Schöneberger Schleife am 21. März.

Neben der 105 Meter langen Rampen- und Treppenanlage an der Monumentenbrücke als Verbindung zum Park am Gleisdreieck gehören zum Vorhaben auch ein Radweg, der wegen seiner Form so genannte Flaschenhalspark als südliche Fortsetzung der Grünanlage sowie der künftige Monumentenplatz. Ende April wird mit dem Bau des Platzes am Fuß der Rampen- und Treppenanlage begonnen. Hier wird es einen Kinderspielplatz, Tische und Bänke und eine lange Sonnenbank geben. Bäume spenden Schatten.

Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD), die Stadträte Sibyll Klotz B90/Die Grünen), Daniel Krüger (CDU) und Oliver Schworck (SPD) sowie Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) weihten Park und die Verkehrsbauwerke in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Projektmanagement und Verwaltungsgesellschaft UTB, Thomas Bestgen, ein. Der Flaschenhals ist "entkorkt".

Der private Investor des Wohnungsbaus "Am Lokdepot" hat die barrierefreie Rampenanlage auf eigene Kosten auf seinem Grundstück errichtet. Fußgänger, Radfahrer, Rollstuhlfahrer und Skater können so zum Flaschenhalspark gelangen. UTB hat die Kunst am Bau finanziert und beteiligt sich am Bau des Monumentenplatzes.

Sibyll Klotz zeigte sich sehr zufrieden mit der öffentlich-privaten Partnerschaft. Gleichzeitig bedauerte die Stadtentwicklungsstadträtin, dass die Fläche nach der Wende privatisiert wurde und nicht der öffentlichen Hand zur Verfügung stand, um günstigen Wohnraum zu schaffen. Der sei hier stark nachgefragt. UTB baut zwischen Monumentenbrücke und Dudenstraße ein neues Quartier mit 18 Häusern, 220 Wohnungen und drei Gewerbeeinheiten.

Park und Rampe würden "richtig viel Spaß" machen, meinte Senator Müller. Berliner, vor allem unmittelbare Anwohner, erhielten neue Möglichkeiten der Naherholung. Baustadtrat Krüger verwies auf die Geschichte des früheren Bahngeländes zwischen Yorckstraße und Monumentenbrücke. Das Areal sei nach dem Krieg sich selbst überlassen gewesen und habe dadurch seinen unverwechselbaren Charakter ausbilden können: die typische Vegetation einer Bahnbrache mit Pionier- und Stadtwäldern, auf Schutt entstandenen Wiesen und Trockenrasenflächen und die dazu gehörige Tierwelt.

Der Flaschenhalspark ist 5,7 Hektar groß. 2,3 Hektar davon sind Radweg als Teil des Fernradwegs Berlin-Leipzig. Der neue Park verbindet die Grünanlagen im Regierungsviertel, den Potsdamer Platz und den Park am Gleisdreieck mit dem Natur-Park Schöneberger Südgelände. Gleichzeitig ist er Teil eines sechs Kilometer langen grünen Weges durch den Bezirk. Die Kosten für Park und Radweg belaufen sich auf knapp zwei Millionen Euro, 442 000 Euro davon für den Park. Finanziert wurde das Vorhaben aus Landesmitteln.

Eine weitere Baustelle bleibt noch: die Querung der Yorckstraße. Dass sie "sturzgefährlich" (Sibyll Klotz) sei, hat die Politik erkannt. Sie forderte eine baldige Sanierung der Yorckbrücke und bis dahin eine provisorische Fußgängerampel.


Karen Noetzel / KEN
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