Homosexuelle Flüchtlinge lernen Deutsch in speziellem Kurs

Mitarbeiter von LSVD, Wohlfahrtsverband, Bundesamt und dem Vermieter der Kursräume mit Bürgermeisterin Angelika Schöttler bei der Präsentation. (Foto: BA Tempelhof-Schöneberg)

Schöneberg. In einem eigens für sie eingerichteten Kurs können homosexuelle und transgeschlechtliche Flüchtlinge Deutsch lernen.

Das Angebot ist bisher einmalig in Deutschland. Die Idee hatte der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) in der Kleiststraße. Das LSVD-Projekt „Support“ (zu Deutsch: Unterstützung) wird vom Europäischen Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds finanziert. Den zweckmäßigen Einsatz der Mittel kontrolliert das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Weitere Unterstützung erhält der LSVD vom Paritätischen Wohlfahrtsverband sowie durch Spenden.

Bei „Support“ können homo- und transsexuelle Asylbewerber Grundkenntnisse der deutschen Sprache erlernen. Ziel ist ein Abschluss der Elementarstufe A1 des „Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen“.

Laut LSVD erleben homosexuelle und transgeschlechtliche Flüchtlinge aufgrund ihrer sexuellen Orientierung immer wieder Anfeindungen. Diese gingen von anderen Flüchtlingen, von Mitarbeitern von Sicherheitsfirmen und Sprachmittlern aus. Seit Mitte 2015 hat der LSVD daher für diese Gruppe von Flüchtlingen besondere Angebote entwickelt. Das Deutschlernen separiert von anderen ist eines davon.

Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) spricht von einem „vorbildlichen Projekt“ für die Integration von Flüchtlingen. „Hier können die besonders schutzbedürftigen Betroffenen nicht nur ungestört von Ressentiments die deutsche Sprache erlernen, sondern sich auch gegenseitig austauschen ohne ihre sexuelle Identität verbergen zu müssen“, so Schöttler. KEN
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