150 Jahre Alter Zwölf-Apostel-Kirchhof / Veranstaltungen bis Oktober

Schöneberg. 150 Jahre Alter Zwölf-Apostel-Kirchhof, 140 Jahre Zwölf-Apostel-Kirche: Die evangelische Gemeinde feiert die Jubiläen mit einer Reihe von Veranstaltungen.

Von April bis Oktober wird sich der historische Kirchhof in der Kolonnenstraße 24-25 als ein "lebendiger Ort" präsentieren, formuliert es Kirchengemeindesprecher Bertram von Boxberg.

Neben Podiumsdiskussionen und kulturhistorischen Führungen werden Veranstaltungen zu bedeutenden Persönlichkeiten angeboten, die hier bestattet sind. An einigen Abenden verwandelt sich die Friedhofskapelle in ein Kino. Höhepunkt des Jubiläumsjahrs ist für die Gemeinde der Tag des Friedhofs am 21. September.

Am 11. Mai 10 Uhr eröffnet ein Gottesdienst mit Pfarrer Burkhard Bornemann das Jubiläumsjahr für die Zwölf-Apostel-Kirche. Der Kirchenchor unter Stabführung von Kantor Christoph Hagemann wird die Vogler-Messe aufführen.

Am 16. Mai um 20 Uhr erinnert in der Friedhofskapelle die Vorführung des Films "Truxa" aus dem Jahr 1937 an den Schauspieler Rudi Godden (1907-1941), der hier seine letzte Ruhe gefunden hat. Gedreht wurde damals im Variététheater Wintergarten. Die Geschichte spielt im Artistenmilieu. Im Anschluss gibt es einen Vortrag über den Schauspieler Godden, der mit 33 Jahren an einer Blutvergiftung starb. Der Eintritt ist frei.

Ebenfalls bei freiem Eintritt führen die Autoren Sibylle Nägele und Joy Markert am 17. Mai 15 Uhr über den Kirchhof und erzählen Wissenswertes über hier bestattete Persönlichkeiten. Ihre Liste ist lang: Da ist etwa die Berliner Salonière Bertha von Arnswaldt, der Schöneberger Bildhauer Reinhold Begas, der dänisch-deutsche Diplomat Bernhard Ernst von Bülow und Adolf Kurtz, Pfarrer der Zwölf-Apostel-Gemeinde und Mitglied der Bekennenden Kirche während der Nazi-Diktatur, sowie seine Ehefrau Eva, Tochter des jüdischen Chirurgen Moritz Borchardt. Hier begraben liegen auch der evangelische Theologe und liberale Politiker Friedrich Naumann, die Maler Friedrich Schröder-Sonnenstern und Anton von Werner sowie der Schriftsteller und Jurist Ernst Wichert. Treffpunkt zur Führung ist am Eingang Kolonnenstraße 24-25.

1864 wurde der Kirchhof angelegt, damals noch weit vor den Toren Berlins und außerhalb der Schöneberger Gemarkung. "Während sich seine Umgebung in den letzten 150 Jahren vollkommen verändert hat, befindet sich die gärtnerische Anlage noch fast unverändert im Zustand seiner Gründung", so Bertram von Boxberg. Auch viele Grabmale und Mausoleen aus damaliger Zeit seien noch vorhanden. "Dadurch ist dieser Kirchhof ein kunst- und kulturhistorisch bedeutendes Gartendenkmal.

Das gesamte Jubiläumsprogramm ist unter http://asurl.de/p1d zu finden.

Karen Noetzel / KEN
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