Digitaler Stolperstein: Erinnerung an Hertie-Gründer wird wachgehalten

Hertie-Einkaufstüte aus den achtziger Jahren. (Foto: Wiki)
Berlin: Hertie |

Schöneberg. Der Name Hertie war im Bezirk zuletzt im Zusammenhang mit einer neuen Bezirksbibliothek in der Hauptstraße gefallen. Für den Markennamen des früheren Warenhaus-Konzerns gibt es jetzt einen digitalen Stolperstein.

Eingerichtet wurde die Seite http://www.hertie.de/Info-Seite-Hermann-Tietz von Auszubildenden der Hertie Deutsche Kaufhaus AG (HDK). Die Brüder Jan und Nils Klöker haben 2012 die Rechte an der Marke Hertie aus der Insolvenzmasse des niedergegangenen Unternehmens herausgekauft und Hertie als Online-Kaufhaus wiederbelebt.

„Eine tolle Initiative“, lobt Klaus-Martin Meyer von HDK. Sie halte die Erinnerung an Hermann Tietz (1837-1907) wach. Der jüdische Kaufmann aus Birnbaum in der Provinz Posen war der entscheidende Geld- und Namensgeber für das „Garn-, Knopf-, Posamentier-, Weiß- und Wollwarengeschäft Hermann Tietz“ seines Neffen Oscar in Gera. Hermann Tietz’ langjährige Erfahrungen in Amerika verhalfen dem Textileinzelhandelsgeschäft zu neuen Verkaufstechniken und damit zum Aufstieg des Unternehmens. Tietz wurde in der Familiengruft auf dem jüdischen Friedhof in Weißensee beigesetzt. Sie ist heute Ehrengrab des Landes Berlin. Auf Betreiben der Nazis seien die ehemaligen Kaufhäuser „Hermann Tietz“ in Hertie umbenannt, erläutert Klaus-Martin Meyer.

„Alleine in Berlin war Hertie zu Zeiten von Hermann und Oscar mit zehn Häusern und insgesamt 1300 Mitarbeitern vertreten“, ist auf der Tietz-Erinnerungsseite zu lesen. Die Warenhäuser galten als ausgesprochen luxuriöse Einrichtungen. Wohl das bekannteste Haus ist das heutige Kaufhaus des Westens (KaDeWe) an der Tauentzienstraße.

KEN
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