Quo vadis Jugendzentren? Jugendliche müssen wohl zusammenrücken

Schöneberg. Im Jugendbereich muss der Bezirk 750 000 Euro einsparen. Die selbstverwalteten Jugendzentren „Drugstore“ und „Potse“ sowie der „Kinder-PallasT“ des Stadttteilvereins Schöneberg sollen aber erhalten bleiben – möglicherweise aber verkleinert.

Dieses Versprechen gab Jugendstadtrat Oliver Schworck in einer lebhaften ersten BVV-Tagung nach der Sommerpause. Vor und während der Sitzung protestierten die betroffenen Jugendlichen lautstark vor dem Rathaus. Im Sitzungssaal gewährte ihnen später die BV-Vorsteherin Petra Dittmeyer (CDU) sogar Rederecht, was die Geschäftsordnung nicht vorsieht. Dittmeyer unterbrach für kurze Zeit einfach die Sitzung.

Schworcks Versprechen ist gewagt. Noch steckt das Bezirksamt mitten in den Verhandlungen mit dem Eigentümer, einer Fondsgesellschaft aus Luxemburg. Die wollte die Gelegenheit der allgemeinen Mietpreissteigerung nutzen und kündigte an, die Kaltmiete von 7,22 auf 11,50 Euro je Quadratmeter zu erhöhen. Dazu ist der Bezirk nicht in der Lage. Er kündigte „Potse“ und „Drugstore“ an der Potsdamer Straße 180 vorsorglich den Nutzungsvertrag zum 31. Dezember.

Der Senat habe für 2016 zusätzliche Budgetmittel in Höhe von 400 000 Euro für die Kinder- und Jugendförderung zur Verfügung gestellt, merkte Elisabeth Wissel (Die Linke) an. Die Gruppe hat einen Antrag gestellt, diese Mittel unter anderem auch für die höhere Miete in der Potsdamer Straße zu verwenden. „Eine Schließung wegen Unterfinanzierung darf es nicht geben. Es gibt den gesetzlichen Auftrag, Kinder- und Jugendarbeit zu entwickeln“, so Wissel.

Die Senatszuweisungen seien Jahr um Jahr gesunken, entgegnete Marijke Höppner (SPD). Mit den 400 000 Euro könne der Bezirk nur das Defizit ein wenig auffangen, so die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses. Aber, das versprach auch sie den Punks im BVV-Saal: „Die drei Einrichtungen werden bestehen bleiben, aber womöglich nicht in den bisherigen Räumen.“ Rund 200 000 Euro sind dafür im Bezirkshaushalt vorgesehen.

Patrick Klein vom „Drugstore“ erklärte allerdings: „Eine Zusammenlegung von Räumen halten wir für unmöglich.“ Jeder Raum habe jeden Tag wenigstens zwei Nutzungen. KEN
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