Studierende der TU haben sich mit der Kurfürstenstraße beschäftigt

Vinzenz Gurtner hat einen Aussichtsturm am U-Bahnhof entworfen. (Foto: TU Berlin)
Berlin: Zwölf-Apostel-Kirche |

Schöneberg. Lokalpolitiker, gemeinnützige Vereine und Quartiersmanagements beschäftigen sich seit geraumer Zeit mit der Kurfürstenstraße, Deutschlands bekanntestem Straßenstrich zwischen Schöneberg und Tiergarten. Nun haben sich Studenten der Technischen Universität Berlin (TU) der Gegend angenommen.

Die 14 Studierenden, die vom Landschaftsarchitekten Jürgen Weidinger, Professor am Institut für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung, und seinem künstlerischen Mitarbeiter Daniel Angulo Garcia, auch er Architekt, betreut wurden, haben die einschlägig bekannte Straße und ihre Umgebung intensiv erkundet.

"An der Kurfürstenstraße finden tagtäglich Überlagerungen zweier Welten statt: jene der Prostitution und das Leben abseits der Straßenprostitution", schlussfolgert Diana Mittendorfer, eine der Teilnehmenden am Projekt.

Die Kurfürstenstraße ist von starken Gegensätzen geprägt. Sie ist Wohnstraße mit Geschäften, Schulen, Kitas und weiteren Einrichtungen und zugleich großes Bordell unter freiem Himmel. Diese so unterschiedliche "Nutzung" der Straße führt zwangsläufig zu Konflikten in der Nachbarschaft. "Wie sich die geplanten Schließungen von Baulücken auswirken werden, ist momentan noch nicht abzusehen", sagt die TU-Studentin.

Bebaut werden sollen das frühere polnische Botschaftsgelände auf Schöneberger Seite sowie schräg gegenüber, schon in Tiergarten, der Parkplatz eines Möbelhauses. Student Vinzenz Gurtner etwa vermutet eine "Gentrifizierung" des Kiezes durch diese städtebauliche Weiterentwicklung und fragt nach ihrer Auswirkung auf die Prostitution.

Das Ergebnis der Studien vor Ort sind 14 landschaftsarchitektonische Lösungsvorschläge in Einzelarbeit für die alltägliche Situation entlang der Kurfürstenstraße zwischen Einem- und Potsdamer Straße, die für die Studierenden "an der Grenze der sozialen Akzeptanz" sind. Die Entwürfe sind vom 24. bis 30. April unter dem Titel "Unter dem Strich Kurfürstenstraße" zu sehen. Die Schau wird am 24. April 18 Uhr von Stadtentwicklungsstadträtin Sibyll Klotz (Bündnis 90/Grüne) eröffnet. Ort der von den Quartiersmanagements Schöneberger Norden und Magdeburger Platz/Tiergarten-Süd geförderte Ausstellung ist die Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1. Sie ist nicht zufällig ausgewählt worden. Die evangelische Gemeinde engagiert sich vielfältig für dieses Quartier, etwa mit einer regelmäßigen Essenausgabe an Prostiutierte, Drogenabhängige und Obdachlose. Die sozialen Einrichtungen an der Kurfürstenstraße und in der näheren Umgebung werden in der Ausstellungswoche zu Sonderführungen einladen.

Öffnungszeiten der Ausstellung sind Montag bis Donnerstag 17 bis 19.30 Uhr, Freitag 18 bis 21 Uhr, Sonnabend 11 bis 18 Uhr, Sonntag 14 bis 18 Uhr.

Karen Noetzel / KEN
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2 Kommentare
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Daniel Angulo Garcia aus Neukölln | 16.04.2015 | 09:01  
Lokalredaktion aus Mitte | 19.04.2015 | 12:46  
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