Wohnungsunternehmen widerspricht Theaterleiter

Schöneberg. Die Gewobag will nicht mit schuld an der Misere des Theaters O-Tonart sein.

Das landeseigene Wohnungsunternehmen weist zurück, dass das Theater in der Kulmer Straße in seiner Existenz bedroht sei, weil die Gewobag eine Mietanpassung vornehme, so Pressesprecherin Gabriele Mittag. "Das entspricht nicht den Tatsachen."

Theaterleiter Bernd Boßmann hatte in einem Spendenaufruf zur Situation seines Hauses unter anderem gesagt: "Das letzte Kieztheater im Schöneberger Norden ist existenziell bedroht durch kräftige Mieterhöhungen seitens der senatseigenen Immobiliengesellschaft Gewobag."

"Im Gegenteil", kontert Mittag. "Die Gewobag hat durch eine günstige Gewerbemiete dem Theater ermöglicht, im Kiez Fuß zu fassen." Das Unternehmen habe der Bühne im Vertrag vom 1. Juni 2009 die 315 Quadratmeter zu Sonderkonditionen vermietet, "zu einer Gewerbemiete weit unter der Marktmiete". Die Monatsmiete sei jetzt um 200 Euro erhöht worden. "Hinzu kommt eine Lagerfläche von 100 Quadratmeter, die Herr Boßmann seit 2012 kostenfrei nutzt." Insgesamt liege der neue Mietpreis unter drei Euro je Quadratmeter.

Bernd Boßmann sagt hingegen, die Gewobag habe in kurzen Abständen zweimal die Miete erhöht, was zusammen gerechnet eine Steigerung von annähernd 50 Prozent entspreche.

Die Gewobag will sich als Unternehmen verstanden wissen, das sozial verantwortlich handelt, auch für Kultureinrichtungen im Viertel. Daher fahre man die Strategie der sozialen Quartiersentwicklung. "Das Theater bereichert den Kiez", sagt die Pressesprecherin. Man wünsche sich, dass das O-Tonart-Theater Gewerbemieter bleibt. Die Gewobag müsse allerdings auch betriebswirtschaftlich handeln. "Voraussetzung ist also, dass das Theater auf soliden finanziellen Beinen steht und die Mietanpassung leisten kann."

Bernd Boßmann meint, da die Gewobag ein landeseigenes Unternehmen sei, solle der Senat in Sachen Kultur nicht nur Sonntagsreden halten, sondern konkret helfen. "Was helfen mir die Lappen an der Wand?", fragt er sich und meint die zahlreichen Urkunden, die er für sein ehrenamtliches Engagement erhalten hat.


Karen Noetzel / KEN
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