Eva Bittner in der Kulturarbeit für Senioren aktiv

Eine strahlende Ordenträgerin: die Theatergründerin Eva Bittner und Staatssekretär Dirk Gerstle. (Foto: NBHS)

Schöneberg. Den Bundesverdienstorden überreichte Staatssekretär Dirk Gerstle am 6. Januar an Theaterwissenschaftlerin und -pädagogin Eva Bittner. Gewürdigt wird ihr Engagement in der Seniorenkulturarbeit.

Neue Formen der Seniorenkulturarbeit und interkulturelle, generationsübergreifende Projekte sind Bereiche, denen sich Eva Bittner seit mehr als drei Jahrzehnten widmet. Dafür hat sie nun das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Im Kreise von Familienangehörigen und langjährigen Weggefährten nahm die Gründerin des "Theaters der Erfahrungen" die Ehrung in der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales entgegen.

1980, gleich nach Abschluss ihres Studiums der Theaterwissenschaften, gründete Eva Bittner in Berlin das "Theater der Erfahrungen". Seit 1983 befindet es sich in Trägerschaft des Nachbarschaftsheims Schöneberg. Das Projekt wird inzwischen über das Infrastrukturprogramm Stadtteilzentren des Senats gefördert.

Über 300 Spieler, die ältesten unter ihnen sind 90 Jahre alt, absolvieren jedes Jahr bis zu 120 Aufführungen. Die Stücke kreisen um aktuelle und historische, persönliche und gesellschaftliche Themen. Es geht um den Mauerfall, um Krieg und Flucht, um Emanzipation, um Hartz IV, Rente und Obdachlosigkeit, um Demenz, Hospiz und Tod. Eva Bittner hat vor 35 Jahren gemeinsam mit Johanna Kaiser, seit fünf Jahren Professorin an der Alice Salomon Hochschule, nicht nur damit begonnen, eine neue Form der Seniorenkulturarbeit zu schaffen. Beide haben auch generationsübergreifende Projekte, interkulturelle Produktionen, den Aufbau kreativer Gruppen in verschiedenen Stadtteilen und eine Verzahnung des Praxisprojekts mit der Wissenschaft auf den Weg gebracht.

In seiner Laudatio hob Staatssekretär Dirk Gerstle die große Bedeutung des "Theaters der Erfahrungen" hervor. Es eröffne alten und jungen Laienschauspielern zugleich die Möglichkeit, Lebenserfahrungen sowie gesellschafts- und generationsbedingte Probleme zu verarbeiten. Heute sei das Theater ein gesamtstädtischer Akteur. "Ihr gelingt es mit Engagement, Kreativität und tiefem Respekt vor den Spielerinnen und Spielern, einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten, der in dieser Form Vergleichbares sucht", so Dirk Gerstle über Eva Bittner. Bereits im April den vergangenen Jahres war das Theater ausgezeichnet worden. Es erhielt in Stuttgart die Theodor-Heuss-Medaille 2014 der Theodor-Heuss-Stiftung zur Förderung der politischen Bildung und Kultur in Deutschland und Europa.

Infos: Theater der Erfahrungen, Vorarlberger Damm 1, 855 42 06, www.theater-der-erfahrungen.nbhs.de.

Karen Noetzel / KEN
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