Ehrung für Widerstandskämpferin

Berlin: Annedore-Leber-Park |

Schöneberg. Die Grünfläche an der Torgauer Straße entlang der Ringbahn zwischen Cheruskerpark und Naumannstraße wird Annedore Leber gewidmet. Sie ist die Witwe des von den Nazis ermordeten SPD-Reichstagsabgeordneten und Widerstandskämpfers Julius Leber.

Die Entscheidung fiel in der letzten Sitzung des Kulturausschusses vor der Sommerpause. Den Antrag hatte der SPD-Fraktionsvorsitzende Jan Rauchfuß eingebracht. Ihm schloss sich noch vor der Abstimmung die Gruppe der Linken in der Bezirksverordnetenversammlung an, bevor der Ausschuss dann einstimmig für die Namensgebung votierte.

Im künftigen Annedore-Leber-Park befindet sich noch eine Baracke. Sie war ihrer Zeit eine die Kohlenhandlung Bruno Meyer. Als deren Mitarbeiter getarnt, baute Julius Leber bis zu seiner Verhaftung durch die Gestapo Anfang Juli 1944 mit Gleichgesinnten Kontakte zu sozialdemokratischen und bürgerlich zivilen Widerstandsgruppen, wie dem Kreisauer Kreis, auf. Annedore Leber (1904-1968) unterstützte ihren Mann in seiner Widerstandsarbeit.

Die Pläne für einen „Lern- und Gedenkort Annedore und Julius Leber“ unter Einbeziehung der Baracke sind allerdings gescheitert. Dafür folgt die Benennung des Parkabschnitts. „Der Beitrag Annedore Lebers im zivilen Widerstand der Jahre 1937 bis 1945 wurde bisher zu wenig gewürdigt“, so Rauchfuß und der kulturpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Stefan Böltes.

Nach dem Krieg führte Annedore Leber die Kohlenhandlung weiter und gründete dort den Mosaik-Verlag für politische und pädagogische Bücher. Mit ihren Veröffentlichungen machte sie den Widerstand in der NS-Zeit bekannt. Annedore Leber engagierte sich zudem vielseitig in der West-Berliner und auch europäischen Politik. Sie setzte sich für einen jüdisch-christlichen Dialog ein und förderte junge Menschen. KEN
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