Koordinierungsstelle Stolpersteine weiterhin umbesetzt

Tempelhof-Schöneberg. Vor Beginn der Februar-Sitzung der Bezirksverordneten hat die Stolpersteininitiative Stierstraße wieder eine Mahnwache abgehalten.

Es ist ihre sechste gewesen. Eigentlich dachten die engagierten Bürger mit Sprecherin Sigrun Marks, die friedliche Demonstration vor dem Schöneberger Rathaus sei nicht länger notwendig.

Denn am 15. Oktober vergangenen Jahres hatte die BVV eine halbe Stelle für die Weiterführung der zum Jahresende auslaufenden Koordinierungssstelle Stolpersteine genehmigt. Sie sollte aus dem Haushalt für 2015 finanziert werden, falls Tempelhof-Schöneberg keine anderen Töpfe findet. Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) fand im November eine andere Geldquelle. Das Jobcenter erklärte sich bereit, die Stelle als sogenannte FaV-Stelle zwei Jahre lang zu finanzieren. Dieses Förderprogramm wendet sich an Langzeitsarbeitslose über 25 Jahre mit "zwei weiteren in der Person liegenden Vermittlungshemmnissen, welche bisher eine Integration auf dem ersten Arbeitsmarkt verhinderte".

Seither erreichen die Friedenauer Stolpersteininitiative nur widersprüchliche Informationen. Mitte Januar ließ Angelika Schöttler auf Nachfrage wissen, dass ein Auswahlverfahren laufe und Gespräche mit mehreren Bewerbern geführt würden. Petra Zwaka, Leiterin des Schöneberg Museums, Jugendmuseums und Archivs, wo die die Stolperstein-Koordinierungsstelle angebunden ist, widersprach. Das Jobcenter habe noch niemanden geschickt. Werde es auch nicht, solange der Träger der FaV-Stelle, die gemeinnützige Gesellschaft Goldnetz, diese "Leiharbeit" nicht bestätigt habe. Zudem müsse die Stelle von einem weiteren Träger, Comovis, kofinanziert werden. Das Bezirksamt hat eine Beteiligung an der Finanzierung abgelehnt.

"Wir sind ungeduldig und wollen uns nicht hinhalten lassen", sagt Sigrun Marks über die "beschämende Situation der Gedenkarbeit im Bezirk". "Es ist bereits Mitte Februar und völlig unklar, wie, wann und mit wem die Koordinierungsstelle für Stolpersteine in Tempelhof-Schöneberg ihre Arbeit fortsetzen kann." Die Zahl der Stolpersteine, die verlegt werden sollen, wird immer größer. Inzwischen seien es schon 300.


Karen Noetzel / KEN
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