Religionsgemeinschaften für die Homosexualität

Berlin: Rathaus Schöneberg |

Schöneberg. Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften haben eine „Schöneberger Erklärung für Vielfalt und Respekt” unterzeichnet.

Man traf sich an prominentem Ort, im Goldenen Saal des Rathauses Schöneberg – aber vertraulich und unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Schirmherrin der Veranstaltung war SPD-Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, die im Wahljahr auffällig die Nähe des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg (LSV) sucht. Der LSV hatte das Treffen angestoßen.

An dem runden Tisch zum Thema Homo- und Transsexualität nahmen Vertreter der Alt-Katholischen Kirche Berlin, der Baptisten Schöneberg, der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg, des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus, des Liberal-Islamischen Bundes sowie des Rogate Klosters Sankt Michael zu Berlin teil.

Prominenter Gast war der Franko-Algerier Ludovic-Mohamed Zahed. Der 39-Jährige war einmal Salafist. Heute ist er ein schwuler Imam. In Paris hat er eine Moschee gegründet, die Homosexuelle willkommen heißt und in der Frauen – ohne Kopftuch – gemeinsam mit Männern beten.

Ergebnis des Treffens war eine gemeinsame „Schöneberger Erklärung für Vielfalt und Respekt”. Der LSV verlautbarte dazu, man habe sich darauf geeinigt, dass niemand aufgrund seiner sexuellen oder geschlechtlichen Identität benachteiligt und diskriminiert werden dürfe, auch nicht in der Ausübung seines Glaubens oder nach seiner Weltanschauung. Das Anderssein sei weder Sünde noch eine Krankheit.

Weiter hieß es, die Teilnehmer des Treffens appellierten an alle Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften, „sich für nicht-heterosexuelle Menschen zu öffnen und sie gleichberechtigt in allen Bereichen des religiösen und weltanschaulichen Lebens teilhaben zu lassen”, auch als Arbeitnehmer oder Ehrenamtliche in Einrichtungen der Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften.

„Ziel muss es sein, weitere Glaubens- und Religionsgemeinschaften zur Unterzeichnung zu bewegen“, sagte Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler nach der Veranstaltung. KEN
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