Straßenprostitution im Kurfürstenkiez: CDU für Sperrzeiten, SPD dagegen

Schöneberg. „Die Situation im Kiez wird immer besser“, meint der SPD-Bezirksverordnete Orkan Özdemir. Auf der anderen, zu Mitte gehörenden Straßenseite schätzt man die Lage ganz anders ein.

Das dortige Quartiersmanagement Tiergarten-Süd lässt keine Gelegenheit aus, um auf die „belastende“ Situation im Kurfürstenkiez durch den seit langem etablierten Straßenstrich hinzuweisen. Gleichzeitig leben hier Familien, es gibt eine Kindertagesstätte, eine Schule und ein Krankenhaus. Das Bezirksamt Mitte hat inzwischen die gesamte Grünanlage auf dem Magdeburger Platz gesperrt, um sexuelle „Verrichtungen“ einzudämmen. Zur Prostitutionsszene kommt eine Drogenszene. Regelmäßig werden Drogenpäckchen in Mülleimern deponiert. Anwohner setzen auf den geplanten Wohnungsbau neben Möbel Hübner.

Auf ihn will womöglich auch Rot-Grün in der Tempelhof-Schöneberger Bezirksverordnetenversammlung (BVV) warten. Weswegen die Zählgemeinschaft zum wiederholten Male einen CDU-Antrag abgeschmettert hat. Die Christdemokraten fordern, die Straßenprostitution im Kurfürstenkiez zwischen 6 und 20 Uhr zu untersagen. Der Ball liegt allerdings im Feld des Senats.

SPD: Kinder aufklären

Dort hat es Innensenator Frank Henkel (CDU) bisher nicht geschafft, das Thema auf die Tagesordnung einer Sitzung zu setzen. Denn dem widersetzen sich die Senatorinnen des Koalitionspartners SPD, Dilek Kolat und Sandra Scheeres.

Verhärtete Fronten auch in der BVV, die Wortgefechte hitzig. SPD-Fraktionschef Jan Rauchfuß nannte den CDU-Antrag „Käse“ und seine Parteifreundin Marijke Höppner „Müll“. Es gehe der CDU nur um Verdrängung der Prostitution, was „Opfer schaffe“. Eltern sollten ihre Kinder sexuell entsprechend aufklären, meint Höppner. „Mit Kriminalisierung und Verbot erreicht man nichts“, so Rauchfuß. Die SPD setzt auf Straßensozialarbeit.

Die CDU versteht sich indes als Interessenvertreterin der Anwohner. „Es geht nicht an, dass eine Mehrheit unter den Bedürfnissen einer Minderheit leidet“, sagte die Verordnete Wanda Preußker. KEN
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