Angekündigte Sanierung lässt weiter auf sich warten

Der Gasometer rottet erst mal weiter vor sich hin. (Foto: Liptau)

Schöneberg. Im Sommer 2011 hat Investor Reinhard Müller mit großem Pomp den Beginn der Sanierungsarbeiten am Gasometer gefeiert. Passiert ist seither kaum etwas, obwohl sich Müllers EUREF AG schon 2008 zur zügigen Sanierung verpflichtet hatte.

Eigentlich hätte demnächst die Mitteilung über das Ende der Arbeiten die Runde machen müssen. Denn beim offiziellen Beginn im Sommer 2011 hatte Investor Müller angekündigt, den Gasometer als Herzstück seines EUREF-Geländes bis Anfang 2014 auf Vordermann zu bringen. Dazu hatte sich Müller auch in einem städtebaulichen Vertrag mit dem Bezirksamt verpflichtet. Passiert ist seither allerdings beinahe gar nichts, wie die für Stadtentwicklung zuständige Stadträtin Sibyll Klotz (Bündnis 90/Grüne) erst jüngst wieder mitteilen musste.

Als Antwort auf eine Bürgeranfrage in der Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) fasste sie den aktuellen Stand der Dinge und die Bemühungen ihres Amtes zusammen. Das Thema erfülle sie "zunehmend mit Unmut". Denn: "Der Eindruck ist mittlerweile nicht mehr von der Hand zu weisen, dass der Eigentümer einen Sanierungsbeginn immer weiter hinauszögert", so Klotz. Bereits im Oktober 2012 habe ihre Verwaltung das Gespräch mit Müller gesucht, woraufhin der mitgeteilt habe, dass ein Ablaufplan für die Sanierung sowie die entsprechende Ausschreibung für Februar 2013 geplant seien. Im August des vergangenen Jahres hakte das Bezirksamt dann noch mal nach, weil der Investor nichts mehr von sich hatte hören lassen. Im Oktober lagen dann, nach nochmaliger Aufforderung, endlich Planungsunterlagen im Briefkasten der Stadtentwicklungsbehörde.

Sie hätten jedoch, so Klotz, den Anforderungen des Bezirksamt "in keiner Weise" genügt. Denn ein Zeitplan für die Sanierung habe auch hier nicht vorgelegen. Im November schließlich sei dem Bezirksamt endlich - mit über neun Monaten Verspätung - versichert worden, dass es inzwischen ein Sanierungskonzept gebe. Vorgestellt oder vorgelegt wurde es allerdings immer noch nicht.

Klotz’ Problem in der Angelegenheit ist schnell beschrieben: Ihr Amtsvorgänger als Stadtentwicklungsstadtrat, Bernd Krömer (CDU), hat im städtebaulichen Vertrag mit Müller keinerlei Sanktionsmöglichkeiten vereinbart für den Fall, dass sich die Sanierung verzögert. Die Stadträtin sieht deshalb "keine Möglichkeit, um den Druck zu erhöhen".

Die EUREF AG hat bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zum aktuellen Stand der Sanierungsplanung abgegeben.


Ralf Liptau / flip
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