Anwohner engagierten sich für eine Stele zum Gedenken

Die neunjährige Olga Seeger enthüllte die Stele in der Haberlandstraße. (Foto: KT)

Schöneberg. Zu den großen Wissenschaftlern, Politikern und Künstlern die in Schöneberg gelebt haben, gehörte auch Albert Einstein. Er zog 1917 in das Wohnhaus Haberlandstraße 5. In einem Erker hatte er sein eigenes kleines Reich.

In den 20er Jahren wurde er von vielen Künstlern, Schriftstellern, Politikern und anderer Wissenschaftlern besucht. So wurde die Haberlandstraße in ganz Berlin bekannt als Treffpunkt für einen freien Gedankenaustausch. Im April 1914 hatte es Einstein nach Berlin verschlagen. Er wurde Professor an der Universität, Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften und Leiter des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik. Im Dezember 1932 fuhr er zu einer Studienreise in die USA. Bei seiner Rückfahrt hörte er von der Machtübernahme der Nationalsozialisten und beschloss, umzukehren.

Das Wohnhaus von Einstein gibt es nicht mehr, es wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. An seiner Stelle steht heute das Haus Haberlandstraße 8. Nachbarn hatten sich für einen würdigen Gedenkstein für den großen Wissenschaftler und Humanisten engagiert. Einer der Initiatoren war Ortega Coto. Er hatte sich darüber geärgert, dass nur ein kleiner Stein vor dem Haus steht und wollte eine würdige Gedenkstätte schaffen (Berliner Woche berichtete). Ortega Coto machte sich auf die Suche nach Sponsoren und überzeugte die Bezirksverordnetenversammlung. Schließlich konnte das Projekt am 31. Mai realisiert werden.

Besonders die Schüler der Löcknitz-Grundschule in der Berchtesgadener Straße unterstützten Coto bei seiner Arbeit. Und so waren sie auch bei der Gedenkfeier die wichtigsten Personen. Sie lasen die Namen der Sponsoren vor und begleiteten durch die Gedenkveranstaltung. Dann konnte die neunjährige Olga Seeger die Stele für Albert Einstein enthüllen. Zuvor hatte Bürgermeisterin Angelika Schöttler darauf verwiesen, dass es viele Gedenkorte im Bayrischen Viertel gibt. Einstein habe für die heutige Generation eine besondere Bedeutung. "Er war mehr als ein Physiker, er war ein Genie mit Herz und Seele", sagte Schöttler.


Klaus Tessmann / KT
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