Bezirksamt entzieht Unternehmen den Auftrag zur Fällung

Schöneberg. Der Streit um die Fällung von drei Linden in der Crellestraße ist eskaliert: Nachdem ein Baumschutzunternehmen im Auftrag des Bezirksamts angeblich ohne Sicherheitsvorkehrungen die Fällung vornehmen wollte, wurde ihm der Auftrag entzogen.

Zwei der drei Linden sind trotzdem weg. Am Morgen des 2. Oktober seien die Mitarbeiter des Unternehmens im Auftrag des Bezirksamts ohne jegliche Sicherheitsvorkehrungen auf die Bäume losgegangen und hätten direkt mit dem Sägen angefangen. So berichten es zumindest Anwohner, die sich in der Bürgerinitiative "Crellekiez Zukunft" gegen die Fällungen der Straßenbäume einsetzen. Die Linden sollen weichen, weil auf dem direkt angrenzenden Grundstück der Crellestraße 22a und b ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen soll. Die Anwohner waren es auch, die am Morgen des 2. Oktober die Polizei verständigten. Die Beamten sperrten den Straßenabschnitt und verwiesen das Fällunternehmen des Platzes. Aus Sicherheitsgründen musste dennoch eine Linde sofort, eine zweite am Nachmittag gefällt werden. Durch die Arbeiten war ihre Standsicherheit gefährdet.

"Das ist tatsächlich unglücklich verlaufen", so der für Straßenbäume zuständige Baustadtrat Daniel Krüger (CDU). Entgegen anders lautenden Aussagen von Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) in einer Berliner Tageszeitung stellt er allerdings klar, dass das Unternehmen durchaus den Auftrag zur Fällung aller drei Bäume gehabt habe. "Die entsprechenden Genehmigungen liegen vor, die Linden dürfen seit Ende der Vegetationsperiode am 1. Oktober gefällt werden." Die Weisung an das Unternehmen sei aber eindeutig gewesen: "Sie sollten die Arbeiten sofort einstellen, wenn sich Personengefährdungen ergeben." Das Bezirksamt hat den Baumfällern deshalb noch am 2. Oktober den Auftrag entzogen. Für die Fällung der dritten Linde habe er bisher keinen neuen Auftrag erteilt. Es gebe aber "zurzeit keinen Zweifel" daran, dass am Ende auch er fallen müssen.

Die Bürgerinitiative hat Strafanzeige gegen das Baumschutzunternehmen gestellt. Um die dritte Linde zu schützen, werde sie derzeit rund um die Uhr vor Ort bewacht.


Ralf Liptau / flip
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