Bibliothek könnte doch ins Hertie-Kaufhaus ziehen

Haben ihren Wunsch aufgeschrieben. Von links: Engelbrecht Boese, Jutta Kaddatz (CDU), Christine Dominik und Barbara David von der Bibliothek. (Foto: Liptau)

Schöneberg. Die Idee ist einige Jahre alt und war eigentlich schon vom Tisch: Jetzt verkündigten die Verantwortlichen in der Mittelpunktbibliothek, dass der erträumte Umzug ins ehemalige Hertie-Kaufhaus am Kaiser-Wilhelm-Platz doch noch klappen könnte.

Im Foyer der Mittelpunktbibliothek an der Hauptstraße 40 ist im Moment ein Kunstprojekt von Wolfgang Leonhardt zu sehen: Er hat auf kleinen Holzplättchen die Neujahrswünsche der Schöneberger gesammelt und sie auf einem großen Tableau zusammengestellt. Die Mitarbeiter der Mittelpunktbibliothek haben Mitte Dezember gemeinsam mit Bildungs- und Kulturstadträtin Jutta Kaddatz (CDU) ihren eigenen Herzenswunsch im Holzplättchenformat nachgereicht und angeklebt: "Wir wollen da rein! Bibliothek ins Hertiehaus" steht darauf geschrieben.

Die Idee, wonach die aus allen Nähten platzende Bibliothek ein Stück weiter nordwärts in die Hausnummern 141 bis 144 ziehen könnte, stammt noch von Kaddatz’ Amtsvorgänger Dieter Hapel (CDU). Im vergangenen Jahr musste die Stadträtin allerdings mitteilen, dass die Geschichte vom Tisch sei. Mit dem damaligen Eigentümer war keine Einigung zu erzielen. In der Zwischenzeit wurde das Haus allerdings weiterverkauft. Die hessische Dietz AG, die den 1969 errichteten Komplex übernommen hat, hat sich schließlich wieder ans Bezirksamt gewandt. "Seit Oktober verhandeln wir und haben einen sehr guten Eindruck vom neuen Investor gewonnen", freut sich Jutta Kaddatz. Deshalb werde jetzt auch im erst kürzlich gegründeten Unterausschuss Kultur und Bibliotheken der Bezirksverordnetenversammlung debattiert.

Nach momentanem Stand könnte die Lösung so aussehen, dass die Dietz AG dem Bezirk die Hälfte des ersten und das gesamte zweite Obergeschoss vermietet. Die Kosten für den Umbau würde der Vermieter tragen. Wie hoch die Miete werde, sei momentan noch in der Verhandlung. "Wir hätten dort dann über 3200 Quadratmeter Nutzfläche", schwärmt Engelbrecht Boese, Leiter der Stadtbibliothek Tempelhof-Schöneberg. Momentan stehen 1800 Quadratmeter zur Verfügung. Von der Strahlkraft des eventuell neuen Standorts sind alle Beteiligten überzeugt. "Wir glauben, dass wir die Nutzerzahlen dort verdoppeln können", so Boese.

"Die Mitarbeiter sind von der Idee elektrisiert", sagt auch Christine Dominik als Leiterin der Mittelpunktbibliothek. "Idealer geht es nicht, die Leute würden dort direkt über unser Angebot stolpern.

Wie die Zukunft der Gertrud-Kolmar-Bibliothek in der Pallasstraße im Falle eines Umzugs aussehen würde, ist noch unklar. Das ursprüngliche Konzept sah vor, sie in der neuen Bibliothek aufgehen zu lassen. Kaddatz will sich hier noch nicht festlegen. "Am neuen Standort hätte aber auch diese Bibliothek vielleicht eine viel bessere Wirksamkeit."


Ralf Liptau / flip
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