Denkmalschützer und Bezirksamt beraten Rathausumbau

Feuerschutztechnisch mangelhaft: das Foyer des Rathaus Schöneberg. (Foto: Liptau)

Schöneberg. Wenn das Jugendamt aus dem Rathaus Friedenau auszieht, sollen die Mitarbeiter auf den Verwaltungsstandort an der Rathausstraße in Mariendorf und das Rathaus Schöneberg verteilt werden. Der denkmalgeschützte Bau am John-F.-Kennedy-Platz muss dafür aufwendig umgebaut werden.

Es geht nicht nur um das Streichen von ein paar Wänden: Im Rathaus Schöneberg sollen bisher nicht nutzbare Räume als Büros eingerichtet werden, um die zusätzlichen Mitarbeiter aus Friedenau aufnehmen zu können. So gibt es beispielsweise im "viereinhalbten Stock", also einem Zwischengeschoss, Räume, die sich als Büros eigentlich eignen würden. Eigentlich. Denn bevor hier Mitarbeiter und Publikum unterwegs sein dürfen, muss der Feuerschutz in dem genau 100 Jahre alten Haus erneuert werden.

"Für das Zwischengeschoss gibt es bisher keinen zweiten Fluchtweg", erklärt Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) das Problem. Doch die Schwierigkeiten im "viereinhalbten Stock" sind noch die kleineren. Denn in dem Moment, in dem größere Umbauarbeiten in einem öffentlichen Gebäude anstehen, muss der Brandschutz im gesamten Haus überholt werden. Das größte Problem liegt im Fall des Rathauses Schöneberg gleich im Foyer. Der großzügige, über zwei Stockwerke reichende Raum mit gleich zwei Freitreppen lässt sich nicht ohne Weiteres in mehrere Feuerschutzzonen aufteilen. Doch genau das verlangen die Brandschutzbestimmungen. Bei der bisherigen Aufteilung der Räume könnten Mitarbeiter im ersten Obergeschoss nicht aus ihren Büros fliehen, wenn es im offenen Foyer zu starker Rauchentwicklung kommt.

Die Planer haben deshalb darüber nachgedacht, durch das Aufstellen von Glaswänden zusätzliche Fluchtwege zu schaffen. Ob diese Idee von den zuständigen Denkmalschützern mitgetragen wird, ist bisher noch unklar. "Im Grunde ist das die letzte entscheidende Frage, bevor wir hier richtig loslegen können", sagt Bürgermeisterin Schöttler. Voraussichtlich Anfang März werden sich Planer und Denkmalschätzer darüber abschließend beraten und hoffentlich einigen.

Die Zeit drängt. Die Steuerfahnder des Landesfinanzamts, die ins Rathaus Friedenau ziehen, können ab Anfang 2015 auf ein leergezogenes Gebäude pochen. Das Rathaus Schöneberg sollte also spätestens bis dahin umgebaut sein. Schöttler: "Wir setzen alles daran, eine Zwischenumzug des Jugendamts zu vermeiden."


Ralf Liptau / flip
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