Gasometer-Sanierung zieht sich weiter hin

Schöneberg. Rätselraten um die Sanierung des Gasometers: Nachdem die mit dem Bezirk vertraglich vereinbarte Frist bis Anfang 2014 schon vor Monaten geplatzt ist, gibt es keine konkreten Aussagen über das weitere Vorgehen des Investors.

"Einen für Februar zugesagten Ablaufplan gibt es nicht, zumindest ist er mir nicht bekannt", ärgert sich die für Stadtentwicklung zuständige Stadträtin Sibyll Klotz (Bündnis 90/Grüne). Vor fünf Jahren hatte sich der Eigentümer des Gasometers, die Euref AG, in einem Vertrag mit dem Bezirksamt verpflichtet, das marode, gut 100 Jahre alte Denkmal bis Anfang 2014 zu sanieren. Offiziell begannen die Arbeiten im Mai 2011, doch scheint seither nicht viel geschehen. Anfang des Jahres musste die Stadträtin in der Bezirksverordnetenversammlung mitteilen, der Investor könne den Termin nicht halten. Er habe ihr allerdings zugesagt, bis Februar einen Ablaufplan über das weitere Vorgehen vorzulegen. Geschehen ist das offenbar nicht. Der für die Öffentlichkeitsarbeit der Euref AG zuständige Thomas Rücker sagt hingegen, dass es einen Prozess- und Ablaufplan gebe. Allerdings keinen Zeitplan, sondern "lediglich grobe Zeitschätzungen". Bei der Komplexität des Projekts wäre alles andere unseriös. Zudem habe das Unternehmen schon beim Beginn der Arbeiten 2011 mitgeteilt, dass sie mehr als vier Jahre dauern würden.

Drängen geht nicht

Vor knapp zwei Jahren habe man sich daran gemacht, die Schadstellen zu identifizieren und zu kartieren. Am untersten Ring des Denkmals seien bereits die Wasserabflusslöcher instand gesetzt sowie Aufgänge und Geländer überholt worden. Die Vorbereitungen für eine europaweite Ausschreibung der zweiten Sanierungsphase ständen nun bevor.

Das Bezirksamt hat keine Möglichkeit, den Investor zu drängen. Nachdem eine Prüfung in den vergangenen Wochen ergab, dass die Standfestigkeit nicht gefährdet ist, kann Euref nicht zur unmittelbaren Abhilfe gezwungen werden. "Darüber hinaus habe ich keine Möglichkeit des Einwirkens", so Klotz. Im Vertrag, der unter ihrem Amtsvorgänger Bernd Krömer (CDU) geschlossen wurde, sind keine Strafen für diesen Fall festgelegt.


Ralf Liptau / flip
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