Grünverbindung im Wannseebahngraben wird in der BVV diskutiert

Schöneberg. Die Bezirksverordneten diskutieren am 22. Januar über die Planung der grünen Wegeverbindung entlang der S 1. Ein klares Bekenntnis zum Projekt könnte der Bezirksverwaltung in Verhandlungen auf Senatsebene helfen.

"Ja zur Schöneberger Schleife! Stadtumbau West-Projekt vorantreiben und umsetzen" - so heißt der Antrag, über den die Grünen abstimmen lassen wollen. Im Kern geht es dabei um die Verbindung zwischen Gasometer und Yorckstraße im Graben der S-Bahn. Das Projekt ist Teil eben jener "Schöneberger Schleife", die als Wegeverbindung für Radfahrer und Fußgänger von der Yorckstraße entlang der S 2 bis zur Torgauer Straße im Süden und entlang der Linie 1 wieder zurück gen Norden führen soll. Während die Strecken entlang der Linie 2 und der Torgauer Straße bereits weit gediehen sind, haben die Planungen für den Wannseebahngraben erst begonnen.

Dass die BVV ein Bekenntnis dafür abgeben soll, hat wohl vor allem taktische Gründe. Denn die Planer im Bezirksamt haben Angst, dass die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ihnen die bereits bewilligten Mittel aus dem Förderprogramm Stadtumbau West wieder wegnimmt, wenn nicht schnell genug gebaut wird. Der Großteil der Maßnahme sollte schon in diesem Jahr umgesetzt werden. 1,6 von 2,3 Millionen Euro Investitionskosten sind deshalb für 2014 eingeplant. "Die werden aber sicher nicht abfließen können", sagt Manfred Sperling vom Stadtentwicklungsamt. Denn durch die stellenweise erheblichen Einwände von Anwohnern sei die Planung im vergangenen Jahr nicht so vorangekommen wie gedacht. "Wir können also nicht so früh mit dem Bau beginnen." Wenn das Geld nicht ausgegeben wird, verfällt die Förderzusage. Deshalb werde nun mit der Senatsverwaltung darüber verhandelt, ob und wie weit die Zahlungen in die Folgejahre geschoben werden könnten. "Es ist absolut offen, was da rauskommt", so Sperling.

Anwohner hatten in Beteiligungsveranstalten den kompletten Verzicht auf das Projekt gefordert. "Dabei geht es auf Ideen zurück, die vor 30 Jahren aus der Bürgerschaft kamen", sagt Stadtentwicklungsstadträtin Sibyll Klotz (Grüne). "Das wird nicht alles Urwald bleiben. Kein Weg ist keine Alternative."


Ralf Liptau / flip
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