Kinder gestalten Trafohäuschen mit Spraydosen

Das fertige "Traumhaus am Weiher". (Foto: urbanPR)

Schöneberg. Im Lindenhof waren Sprayer aktiv. Was normalerweise zur Verzweiflung bei Hausverwaltern führt, war diesmal von der GeWoSüd sorgfältig geplant: Ein unansehnlicher Pavillon wurde von Kindern aus dem benachbarten Jugendclub quasi unsichtbar gemacht.

Seit einigen Jahren war der Pavillon, der als Trafostation dient, Ziel von Sprayerattacken. Große und kleine Tags bedeckten das Häuschen, das zu einem Ensemble von drei kleinen Funktionsgebäuden an der Badestelle am Lindenhof-Weiher gehört. Das Trafohäuschen ist zu gut einem Drittel mit Efeu bewachsen, in dem auch Vögel nisten. Der Zeichner und Illustrator Pjotr Obuchoff empfahl daher, die freien Wände mit weiterem Efeu zu besprayen. So böte er ein einheitliches Bild - und Sprayer achten die Arbeit von anderen Sprayern. Die großen Buchstabensymbole würden verschwinden.

Im nahen Kinder- und Jugendclub, der vom Nachbarschaftsheim Schöneberg und der Genossenschaft GeWoSüd betrieben wird, wurden schnell begeisterte Mitarbeiter gefunden. Mädchen und Jungen im Alter von zehn bis 13 Jahren setzten vor einigen Tagen Schutzmasken auf und sprayten unter Anleitung von Pjotr Obuchoff und seinem Freund, Gestalter André Drognitz, um die Wette. Mit Schablonen wurde mit fünf verschiedenen Grüntönen Lage um Lage die Illusion eines undurchdringlich erscheinenden Grüns erzeugt. Die Tür zum Traforaum zieren jetzt die Namen der Nachwuchssprayer.


Silvia Möller / sim
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