Kinder- und Jugendprojekt "Juxirkus" wird bald 25 Jahre alt

Hinten stehen Ben (links) und Oliver, vorn übt Carlos Handstand neben dem künstlerischen Leiter Alexander Frey. (Foto: Liptau)

Schöneberg. Dafür kommen die Kinder aus ganz Berlin nach Schöneberg gefahren: Seit zweieinhalb Jahrzehnten unterhält das Pestalozzi-Fröbel-Haus mit der Kiezoase ein eigenes Zirkuszelt an der Hohenstaufenstraße.

Die Frage, warum er seine Freizeit nicht beispielsweise auf dem Fußballplatz verbringt, kann Carlos nur bedingt nachzuvollziehen: "Es ist doch viel cooler, einen Salto zu machen, als einem Ball nachzulaufen", scherzt der 15-Jährige aus Pankow. Seit sechs Jahren kommt er zwei- bis dreimal pro Woche zum Üben in den Juxirkus zwischen Eisenacher und der Martin-Luther-Straße. Hinzu kommen natürlich noch die Auftritte. "Für die Jugendlichen ist der Zirkus oft wie ein zweites Zuhause", freut sich Alexander Frey, künstlerischer Leiter der Einrichtung, die 2013 ihr 25-jähriges Bestehen feiert. "Wer hier einmal richtig mitmacht, der bleibt auch ein paar Jahre", sagt er. Und das sind viele: knapp 150 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren zählt Frey zum "harten Kern" derer, die nachmittags kommen. Vormittags werden im Zelt zusätzlich Arbeitsgemeinschaften und Projekte für Schulklassen angeboten.

Doch die gut 20 Aufführungen pro Jahr mit jeweils rund 100 Besuchern werden hauptsächlich von den Jugendlichen aus der offenen Arbeit bestritten. Dafür üben die jungen Artisten mindestens zweimal pro Woche in Gruppen. Die einen jonglieren, während die anderen Trampolin springen, Einrad fahren oder auf dem Hochseil balancieren. "Wir sind keine Nachwuchsschmiede für den Zirkus", stellt Frey klar. "Aber wollen trotzdem ein gewisses Niveau."

Der pädagogische Wert der Arbeit liegt für ihn auf der Hand. Den jungen Menschen würde nicht nur der Spaß an der Bewegung vermittelt. Sie würden durch das Auftreten auch selbstbewusster und lernen, in einer Gruppe zu kooperieren. "Außerdem lernen sie, sich selbst einzuschätzen und mit Frustration umzugehen". Denn das, was die Jugendlichen im "Juxirkus" vorführen, lernen sie natürlich nicht über Nacht. "Manche üben länger als ein Jahr, bevor sie das erste Mal auftreten", so der künstlerische Leiter. Carlos und sein 18-jähriger Kumpel Oliver haben das längst hinter sich und gehen routiniert auf die Bühne. "Nur bei Premieren", geben beide zu, "sind wir auch heute noch aufgeregt."

Die aktuelle Show "Ein Wintermärchen" wird im neuen Jahr wieder ab dem 19. Januar gespielt.

Mehr Infos, auch zum Mitmachen, unter 215 58 21 und www.juxirkus.de.

Ralf Liptau / flip
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