Pilotprojekt soll Begegnungszone schaffen

In einem Modellprojekt soll die südliche Maaßenstraße ab dem kommenden Jahr umgestaltet werden. (Foto: Liptau)

Schöneberg. Die gesamte Berliner Verkehrsplanung schaut auf die Maaßenstraße: Der Abschnitt zwischen Nollendorfstraße und Winterfeldtplatz soll in einem Pilotprojekt zu einer Art Begegnungszone umgebaut werden. Vier Wochen lang können Interessierte ihre eigenen Vorschläge per Internet abgeben.

Vor allem an den Markttagen wird der südliche Bereich der Maaßenstraße schon jetzt zwangsläufig regelmäßig zur Begegnungszone: Autos, Radfahrer und Fußgänger kommen sich hier immer wieder in die Quere, vor allem wegen der zu engen Fuß- und Radwege. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und das Bezirksamt wollen deshalb jetzt handeln und die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer ganz offiziell aufeinander los lassen. "Wir wollen hier eine andere Form des Miteinanders etablieren", sagt der Staatssekretär für Verkehr und Umwelt, Christian Gaebler (SPD). In einem Pilotprojekt will sich seine Verwaltung am Konzept der "Begegnungszone" beziehungsweise des "shared space" probieren, wie es in ähnlicher Wiese beispielsweise in Belgien, Dänemark und der Schweiz schon angewandt wird. Die grundsätzliche Idee ist, alle Verkehrsteilnehmer dazu zu bringen, mit möglichst wenig verkehrsrechtlichen Vorgaben ein Maximum an gegenseitiger Rücksichtnahme zu erreichen. Aus 33 vorgeschlagenen Orten hat die Senatsverwaltung die Schöneberger Maaßenstraße, die Kreuzberger Bergmannstraße und den Bereich um den Checkpoint Charlie in Kreuzberg beziehungsweise Mitte ausgewählt. In Schöneberg soll das Projekt beginnen. Dabei will Gaebler nicht einfach die Konzepte aus anderen Ländern und Städten übernehmen, sondern ein "eigenes Berliner Modell" finden, das sich auf zahlreiche stark frequentierte Orte in der Stadt übertragen lässt.

Die einzige Vorgabe, die die Verwaltung bisher fix gemacht hat, ist, dass in dem Bereich Tempo 20 gelten soll. Wie der Rest konkret gestaltet werden kann, sollen im Wesentlichen die Bürger im Internet vorschlagen. So könnten etwa Straßenübergänge deutlicher markiert werden, die Fahrbahn zugunsten anderer Nutzungen verkleinert und der Asphalt farbig abgesetzt werden. Die Vorschläge sollen allerdings kostengünstig umsetzbar sein. "Wir wollen Lösungen finden, die sich wirklich übertragen lassen", unterstreicht der Staatssekretär. Deshalb dürften die Maßnahmen nicht zu teuer sein. Im Wesentlichen werde es sich deshalb um Markierungsarbeiten handeln. "Auch, damit wir diejenigen Punkte wieder rückgängig machen können, die in der Praxis nicht funktionieren."

Bürger können ab sofort vier Wochen lang unter www.begegnungszonen.berlin.de Vorschläge einbringen und diskutieren. Dabei wird auch nach einem griffigeren Namen für das Projekt gesucht. Im Anschluss an die Diskussion wird es während des Planungsprozesses zwei Bürgerveranstaltungen geben. Die Umbauarbeiten sollen dann im Spätsommer 2014 starten.


Ralf Liptau / flip
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