Sieben Yorckbrücken aufwendig illuminiert

Schluss mit der Dunkelheit. Sieben der 30 denkmalgeschützten Yorckbrücken zwischen Kreuzberg und Schöneberg wurden jetzt in Szene gesetzt. (Foto: Liptau)

Schöneberg. Die 30 historischen Yorckbrücken trennen Kreuzberg und Schöneberg vor allem optisch. Der dunkle "Tunnel" unter der Eisenmasse ist jetzt - zumindest teilweise - deutlich erhellt worden.

"Besonders einladend", räumt Tempelhof-Schönebergs Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) ein, "waren die Yorckbrücken nie." Trotzdem hätten sie seit ihrer Entstehung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts immer eine gewisse Faszination ausgestrahlt. In diesem Spannungsfeld zwischen Zu- und Abneigung wurde stets auch die Diskussion über die Zukunft der denkmalgeschützten Konstruktionen geführt, die vor allem seit der Aufgabe des Anhalter Bahnhofs am Anfang der 50er-Jahre ihre Funktion verloren hatten. Nicht verstecken, sondern zeigen - dafür haben sich im vergangenen Jahr gleich mehrere Akteure entschieden und eine Illumination von zunächst sieben der 30 Brücken auf den Weg gebracht. Der CDU-Verordnete Christian Zander hatte in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Tempelhof-Schöneberg vorgeschlagen, dass sich der Bezirk bei der Stiftung "Lebendige Stadt" um Zuschüsse für ein neues Lichtkonzept an der Stelle der Brückenunterquerung bewerben solle.

Die Stiftung unter Vorsitz des früheren Bundesverkehrsministers Wolfgang Tiefensee (SPD) vergibt Fördermittel zur Attraktivitätssteigerung in deutschen Städten. Als eines von 31 Projekten im ganzen Bundesgebiet wurde der Yorckbrücken-Vorschlag schließlich mit 25 000 Euro gefördert.

Seit Mitte Januar stehen die Brücken nun im Licht. Die Konzeption dafür hat Heinz Tibbe von der Berliner Gruppe Planwerk erarbeitet. "Das Projekt besteht aus vier Bausteinen", erklärt er. Horizontale Lichtlinien überqueren die Yorckstraße an der Unterseite der Brücke, außerdem werden die Brückenwangen angestrahlt, die historischen Säulen und die Wände an den Straßenrändern, auf denen die Brücken aufliegen. In ihrer Lage zwischen zwei Bezirken und der historischen Bedeutung würden die Brücken, so Bürgermeisterin Schöttler "Ort und Zeiten miteinander verbinden". Diese Verbindung könne man nun auch am Abend und in der Nacht bequemer durchschreiten und müsse sich nicht mehr mühsam durch den dunklen Tunnel "arbeiten".


Ralf Liptau / flip
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