SPD will Stellplätze an der Bülowstraße weghaben

Unter den Hochbahngleisen sollen künftig nur noch Fußgänger unterwegs sein dürfen. (Foto: Liptau)

Schöneberg. In den kommenden Jahren wird das Hochbahnviadukt der U2 zwischen Nollendorfplatz und Mendelssohn-Bartholdy-Park saniert. Die SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) wünscht sich, dass danach keine Autos mehr unter dem U-Bahnhof Bülowstraße parken dürfen.

In der ARD-Vorabendserie "Praxis Bülowbogen" gab es in den späten 80er-Jahren eine Art Running Gag: Wenn Doktor Brockmann alias Günter Pfitzmann nach praktiziertem Gutmenschentum am Ende des Arbeitstags von seiner Praxis in der Zietenstraße zu seinem Auto unter dem Hochbahnviadukt lief, wartete hier meist schon der Stadtstreicher "Gleisdreieck", der ihn mit dem neuesten Klatsch und Tratsch aus dem Kiez versorgte. In der düsteren, verlassenen Atmosphäre unter den Bahngleisen erschrak sich Brockmann jedes Mal, wenn "Gleisdreieck" unbemerkt zwischen den abgestellten Autos hervorschoss.

Vielleicht hatten die Verordneten der SPD diese Szenen im Kopf, als sie ihren Antrag zur Umgestaltung des Bereichs unter der Bahn geschrieben haben. Sie fordern, dass das Bezirksamt die rund 20 Parkplätze auf dem Mittelstreifen zwischen der Potsdamer und der Steinmetzstraße streicht, wenn die BVG das Hochbahnviadukt zu Ende saniert hat. Im vergangenen Jahr hatten die Verkehrsbetriebe mitgeteilt, dass sowohl die Gleiskonstruktionen als auch der 1902 eröffnete U-Bahnhof Bülowstraße von Grund auf saniert werden müssten. Der Großteil der Arbeiten soll 2015 erfolgen.

Laut SPD-Fraktion gibt es auch unterhalb der Gleise einiges zu erneuern. Die Fläche sei "unübersichtlich, stark verwahrlost und verschmutzt". Vor allem nachts würden hier immer wieder Müll abgeladen und Fahrzeuge aufgebrochen. Durch die abgestellten Autos sei der Bereich noch unübersichtlicher. Der Bahnhof als Baudenkmal habe ein angemesseneres Umfeld verdient. Dafür sollen die Parkplätze und Durchfahrten aufgehoben und der Platz ausschließlich Fußgängern vorbehalten werden.

Die entsprechenden Verkehrseinrichtungen seien zu entfernen, damit die Gesamtsituation "transparenter, sauberer und sicherer" werde. Außerdem soll sich das Bezirksamt bei der BVG dafür einsetzen, dass eine zusätzliche nächtliche Beleuchtung angebracht wird. Die BVV wird den Antrag am 19. Februar beraten.


Ralf Liptau / flip
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