Spielplatz und grüne Wegeverbindung eröffnet

Entlang der Bautzener Straße kann jetzt ganz autofrei flaniert werden. (Foto: Liptau)

Schöneberg. Der Nord-Süd-Grünzug zwischen Priesterweg und Potsdamer Platz nimmt langsam Gestalt an. Anfang Dezember ist ein Teilstück der Wegeverbindung zwischen Monumentenbrücke und Großgörschenstraße eröffnet worden. Dazu gehören zwei Sportflächen und ein großer Spielplatz.

"Gute Reise" wünschte der Tempelhof-Schöneberger Baustadtrat Daniel Krüger (CDU) den rund 60 Viertklässlern der benachbarten Havelland-Grundschule, als er den neuen Spielplatz gemeinsam mit der Dezernentin für Stadtentwicklung, Sibyll Klotz (B’90/Grüne), freigab. Auf dem 2600 Quadratmeter großen Spielplatz können die kleinen Besucher künftig - inspiriert vom direkt nebenan verlaufenden Fernverkehr - eine spielerische Reise durch Deutschland unternehmen: Im Süden gibt es Alpen aus Spritzbeton zu besteigen, in der Mitte symbolisiert eine große Kletterskulptur das Mittelgebirge. Und im Norden stehen mitten im feinen Sand bunte Strandkörbe. Seit 14 Monaten war an diesem Teil des Nord-Süd-Grünzug gebaut worden. Neben dem Spielplatz ist eine grüne Wegeverbindung für Fußgänger und Radfahrer entstanden, die in den kommenden beiden Jahren weiter nach Süden bis zum Alfred-Lion-Steg ausgebaut werden soll.

In einigen Jahren soll es möglich sein, über autofreie Wege entlang der S-Bahnlinie 2 vom Priesterweg bis zum Potsdamer Platz zu kommen. Auch über die Rote Insel und entlang der S 1 soll eine solche Verbindung entstehen, die die östlichen Schöneberger Kieze dann als "Schöneberger Schleife" umfangen werden.

Die Arbeit am jetzt eröffneten 16 600 Quadratmeter großen Abschnitt hat knapp 1,9 Millionen Euro gekostet und ist über das Förderprogramm Stadtumbau West finanziert worden. Weil während der Arbeit Munition aus dem Zweiten Weltkrieg in der Böschung gefunden worden war, mussten die oberen Bodenschichten ausgewechselt werden. Insgesamt seien danach, so Stadtrat Krüger, 50 000 "Stück Grün" nachgepflanzt worden, darunter allein 37 000 Frühblüher. Außerdem gibt es 33 neue Bäume.

Im nördlichen Anschluss zwischen Großgörschen- und Yorckstraße wird der Weg ebenfalls in den kommenden Jahren weitergeführt. Allerdings soll hier zuvor ein privates Bauvorhaben realisiert werden, bei dem sieben Wohnblöcke entstehen. Der Investor würde dem Bezirksamt zwischen den Neubauten und den Bahngleisen ein Wegerecht einräumen. Gegen das Vorhaben haben Anwohner kürzlich ein Bürgerbegehren gestartet. Sie wollen das Areal als Grünfläche erhalten.

Die Bezirksverordnetenversammlung hat das Bezirksamt derweil damit beauftragt, einen Bebauungsplan aufzustellen. Auch die Stadträtin für Stadtentwicklung steht hinter dem Projekt. "Der Boden ist hier teilweise verseucht und zu 70 Prozent versiegelt", sagt Sibyll Klotz. Von einer erhaltenswerten Grünfläche könne also keine Rede sein. Und Wohnraum werde dringend gebraucht. "Ich habe das Projekt mit entschieden und dazu stehe ich auch."


Ralf Liptau / flip
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