Bürgermeisterin lobt Azubis der Palladin-Kochschule

Die jungen Leute hatten ein leckeres Essen vorbereitet. (Foto: KEN)
 
Als Dankeschön für die Patenschaft gab es für Bürgermeisterin Angelika Schöttler eine Sachertorte von ubs-Geschäftsführer Carsten Fingberg. (Foto: KEN)
Berlin: Kochschule Palladin |

Schöneberg. Ihre Aufregung ließen sich Ferat, Adrian, Cem und die anderen nicht anmerken, obwohl sie eine seltene Premiere hatten.

Die fünf jungen Leute, die beim Verein Umwelt, Bildung und Soziales (ubs) zu Koch, Beikoch, Konditor oder Fachkraft im Gastgewerbe ausgebildet werden, hielten in der Ausbildungsstätte, der Kochschule Palladin in der Pallasstraße 14, eine biographische Lesung ab. Prominente Zuhörerin der bewegenden Lebensgeschichten: Angelika Schöttler.

Die Bürgermeisterin ist gleichzeitig ihre Ausbildungspatin. Schöttler hatte 2014 für je sieben junge Frauen und Männer diese besondere Patenschaft übernommen. Sie beinhaltete das Versprechen, bei Problemen in der Ausbildung hilfreich zur Seite zu stehen sowie die Azubis nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss bei der Suche nach einer geeigneten Erstanstellung zu unterstützen.

Schöttlers Hilfe haben die ubs-Auszubildenden gar nicht benötigt. Bald wird die Bürgermeisterin vielleicht den zweiten Teil ihres Versprechens einlösen müssen: den der Vermittlung auf den ersten Arbeitsmarkt.

Der bisherige Lebensweg ihrer „Patenkinder“ war zumeist nicht geradlinig und einfach, sei es wegen lebensbedrohlicher Krankheiten und ihrer Folgen, sei es wegen eines ungünstigen familiären Umfelds oder wegen Straffälligkeit.

Der Einstieg ins Berufsleben ist schwierig,

Ein Ausbildungsplatz bei ubs ist etwas Besonderes. Neben dem praktischen Lernen in den Großküchen, der Kochschule und der Konditorei des Sozialunternehmens sowie dem theoretischen Fachunterricht im Oberstufenzentrum werden alle Auszubildenden in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung gefördert. Das neueste Projekt hierzu ist mit „Visionen entwickeln“ überschrieben.

„Wir wollen unbedachte Ausbildungsabbrüche vermeiden“, erläutert Jutta Michaud. Die Soziologin, Kunsttherapeutin und Dozentin für Kreatives und Biographisches Schreiben leitet zusammen mit ihrer Kollegin Susanne Diehm das Projekt. Es gehe darum, unabhängig von den üblichen Ausbildungsinhalten die Persönlichkeit zu entdecken, Selbstvertrauen aufzubauen sowie ein gewaltfreies Miteinander und Toleranz einzuüben. Die Expertinnen Michaud und Diehm arbeiten hierfür mit Schreib- und Kunsttherapie, Spiel und Bewegung. Auch Museumsbesuche gehören dazu. Die beeindruckenden Ergebnisse dieses Bemühens liegen zum einen in Form der biographischen Texte vor. Zum anderen kann ubs-Vorstandsmitglied Carsten Fingberg sagen: „Die Ausbildung läuft rund.“ Es sei wichtig, dass alle den Weg ins Leben und einen Arbeitsplatz finden.

Die jungen Menschen hätten einen „tollen Willen“ gezeigt, sich dem Leben zu stellen. „Mein allerhöchster Respekt“, lobt Bürgermeisterin Angelika Schöttler. „Sich selbst zu bewerben ist wichtig“, sagt sie, wird aber auch tatkräftig bei der Jobsuche helfen. Angelika Schöttler und die Wirtschaftsförderung des Bezirks kennen Unternehmen mit großen Küchen und ihre Chefs.

Am Tag des Patentreffens wurde vereinbart, aus Vertretern von ubs und Wirtschaftsförderung kurzfristig eine Arbeitsgemeinschaft zu gründen, die ein Konzept für die Arbeitsvermittlung entwickelt. KEN
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