Erhaltungsverordnung soll vor Verdrängung schützen

Schöneberg. Der Bezirk hat drei neue Milieuschutzgebiete. Sie wollen die traditionelle Wohnmischung bewahren.

Mit der Veröffentlichung im Gesetz- und Verordnungsblatt ist der Bezirksamtserlass zu den drei Erhaltungsverordnungen für die Kieze Barbarossaplatz und Bayerischer Platz, Bautzener Straße und Kaiser-Wilhelm-Platz rechtsgültig geworden. "Wir wollen die angestammte Wohnbevölkerung vor Verdrängung schützen", erklärt die zuständige Stadträtin Sibyll Klotz (Bündnis 90/Grüne). Künftig werden der Abriss von Gebäuden, die Veränderung von Grundrissen, die Zusammenlegung von kleineren Wohnungen zu einer größeren oder die Veränderung von Grundrissen nicht mehr erlaubt sein.

Eine städtebauliche Studie zu den drei Gebieten hatte ergeben, dass die Gefahr der Verdrängung in den Bereichen Bautzener Straße und Kaiser-Wilhelm-Platz besonders groß ist, weil hier eher Einkommensschwache leben. Im Bereich zwischen Bayerischem und Barbarossaplatz würden die vielen Häuser aus den 60er-Jahren mit ihren unzeitgemäßen Wohnungszuschnitten durch Abriss, Zusammenlegung oder hochwertiger Sanierung einer Verdrängung der angestammten Wohnbevölkerung Vorschub leisten, sagt Klotz.

Die Stadträtin fordert gleichzeitig auch eine Umwandlungsverordnung. "Die muss allerdings vom Senat beschlossen werden", so Sibyll Klotz.


Karen Noetzel / KEN
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