Für künstlerische Leistung und Einsatz für den Frieden

Daniel Barenboim (2.v.l.), Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (2.v.r.), Urania-Vorstandsvorsitzende Jutta Semler und Hans-Dietrich Genscher. (Foto: KEN)

Schöneberg. Die Urania-Medaille 2014 wurde Daniel Barenboim verliehen. Der Dirigent und Pianist erhielt die Auszeichnung für sein Engagement um den Frieden im Nahen Osten und für seinen Beitrag zur Entwicklung Berlins zur Weltkulturmetropole.

Mit seinem West Eastern Divan Orchestra hat Daniel Barenboim seine friedensstiftende Idee und Mission verwirklichen können. In dem 1999 gemeinsam mit dem US-amerikanisch-palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said und dem deutschen Kulturmanager Bernd Kauffmann gegründeten Klangkörper musizieren zu gleichen Teilen junge arabische und israelische Musiker. Das Symphonieorchester gastiert weltweit.

Das Orchester entfalte eine völkerverbindende Kraft, sagte die Vorstandsvorsitzende der Urania, Jutta Semler zur Begrüßung. Und der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, nannte den argentinisch-israelisch-spanisch-palästinensischen Weltklasse-Musiker einen "wunderbaren Preisträger", der Berlins Aufbruch in den vergangenen 25 Jahren entscheidend mitgestaltet habe. Seit Barenboim 1991 seinen Vertrag als Generalmusikdirektor der Staatsoper Berlin unterschrieben habe, lebe und arbeite er in der Stadt. Barenboim habe durch sein Wirken dazu beigetragen, dass Berlin heute eine Weltkulturmetropole sei. Darüber hinaus sei Daniel Barenboim ein "überzeugter und überzeugender Humanist, der mit Hilfe der Musik Gräben zwischen Menschen überwinden will". Sein Orchester beweise, dass Dialog und Verständigung auch zwischen verfeindeten Nachbarn möglich sei, so Wowereit weiter.

"Warum erst jetzt die Urania-Medaille für Daniel Barenboim?", fragte dessen Laudator, der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich-Genscher, selbst Träger der Auszeichnung. "Dieser Weltbürger ist einer der ganz Großen unserer Zeit", sagte Genscher. Zur Lebensleistung Barenboims gehöre, dass er die Musik als etwas ganz Besonderes begreife, als Weg, Menschen aufzurütteln, für ihre Mitmenschen die Augen zu öffnen und sich innerlich zu bewegen.

Er empfinde große Dankbarkeit für das Glück, am 9. November 1989 in Berlin gewesen zu sein und drei Tage später das erste Konzert mit den Berliner Philharmonikern für die Bürger der DDR dirigieren zu dürfen, sagte Daniel Barenboim. Durch den Fall der Mauer und die Wiedervereinigung hätten beide Teile Deutschlands gewonnen. Denn wer Frieden schließe, habe sofort Sicherheit und Gerechtigkeit. Das wünsche er sich auch für Israel und Palästina, sagte der Geehrte.

"Es wird keine Sicherheit für Israel geben ohne einen Frieden mit den Palästinensern." Deutschland als "erfolgreiches, führendes Land in Europa und in der Welt", solle im Nahost-Friedensprozess eine aktivere Rolle übernehmen. "Geben Sie Ihre Erfahrungen weiter", bat Daniel Barenboim.


Karen Noetzel / KEN
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