Genossenschaft kommt mit ins Boot

Die Mieter der Großgörschen-, Ecke Katzlerstraße haben ein Gebot abgegeben. (Foto: Noetzel)

Schöneberg. Die nächste Etappe im Kampf um bezahlbare Mieten in der Großgörschenstraße 25, 26, 27 sowie der Katzlerstraße 10 und 11 ist eingeläutet: Die Mieter geben gemeinsam mit der Wohnungsbaugenossenschaft "Bremer Höhe eG" ein Angebot für die zum Verkauf stehenden Häuser bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) ab.

Das teilte der Sprecher der Interessengemeinschaft "Großgörschen & Katzler", Thomas Hölker, am 25. Juli mit. Nachdem die Verkaufsverhandlungen des Bundes mit einer Berliner Wohnungsgesellschaft gescheitert waren, haben die Bewohner überlegt, wie sie gemeinsam auf das Handeln der BimA reagierten können. "Eine Lösung, die wir immer wieder als Alternative zum Höchstpreis genannt haben, ist die Übernahme durch eine Wohnungsbaugenossenschaft", sagte Hölker.

Gemeinsam mit der "Bremer Höhe" haben die Mieter am 23. Juli ein Kaufangebot über 4,8 Millionen Euro abgegeben. "Wir sind bereit, die Häuser zu einem ehrlichen, sich aus den Mieten rechnenden Preis zu erwerben. Auch wenn er sich unter den vorliegenden sozialen Aspekten für uns als sehr hoher Preis darstellt", so der Sprecher der Interessengemeinschaft. Zwei Drittel bis drei Viertel der Mieter seien bereit, Genossenschaftsmitglieder zu werden. Die Studierenden, Rentner, Familien, Singles und Gewerbetreibenden haben sich zudem entschlossen, über eine halbe Million Euro an Eigenmitteln aufzubringen, damit das Vorhaben gelingt. Und sie haben sich freiwillig zu einer Mietpreiserhöhung von 25 Prozent verpflichtet. Nur so habe das Angebot abgegeben werden können, erläutert Thomas Hölker. "Unser Angebot liegt in einer realistischen Höhe, nämlich beim etwa 20,7-fachen der Jahresnettokaltmiete. Der von der BImA geforderte Kaufpreis ist mit dem 30,6-fachen Wert eine die Spekulation am Wohnungsmarkt anheizende Forderung." Solche Investitionen ließen sich bekanntlich nur über Luxussanierung, übertriebene energetischen Sanierung oder durch Verkauf als Eigentum refinanzieren.

Der Bund hat einen bemerkenswerten Immobilienbesitz. Rund 400 Millionen Euro jährlich nimmt er an Mieten oder aus Verkäufen für Wohnungen und ehemalige militärische Liegenschaften ein.

Bis 2017 will die BimA in Berlin 1118 Wohnungen verkaufen. Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) fordert, dass sie beim Verkauf nicht allein aufs Geld schaut.


Karen Noetzel / KEN
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